Diät & Essen

Frau lebt 3 Wochen nur von Wasser: Sie schwört drauf, doch riskiert ihr Leben

Nicola Arthur ist topfit und schwört auf Wasserfasten. Regelmäßig verzichtet sie auf sämtliche Nahrung, nur Wasser nimmt sie dann zu sich – drei Wochen lang. FOCUS Online hat bei einem Fasten-Experten nachgefragt, wie gesund die Extremdiät wirklich ist.

Sie ist gertenschlank, durchtrainiert und gestylt von ihren pedikürten Fußnägeln bis in die blondierten Haarspitzen: Nicola Arthur sieht deutlich jünger aus als die 47 Jahre, die in ihrem Pass stehen. Dafür verantwortlich macht die zweifache Mutter und Betreiberin eines Wellness-Studios radikale Fastenkuren. Drei Wochen verzichtet die gebürtige Neuseeländerin regelmäßig auf alles außer Wasser.

Gerade habe sie wieder eine ihrer Extremdiäten hinter sich gebracht, erzählt sie der britischen 'DailyMail'. „Ich fühle mich großartig“, schwärmt die 47-jährige Wahl-Australierin aus Sydney. „Ich bin den ganzen Tag voller Energie. Ich bin positiver und habe eine bessere innere Balance.“

Dieses gute Gefühl könne jeder haben, wenn er nur fastet, meint die Australierin weiter. Der Geist werde durch den Verzicht wacher, Gelüste weniger, die Haut reiner. Damit nicht genug: „Wenn Sie fasten, fühlen Sie sich besser, die Zellen erneuern sich, Sie fühlen sich verjüngt, trotzen dem Alter, verhindern Entzündungen, verlieren Gewicht und hungern Krebszellen aus“, führt sie die Liste von Vorteilen fort, die das radikale Fasten bringen soll.

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„Ich fühlte mich immer aufgebläht und krank“

Auch sei die Wasserdiät nicht nur etwas für Frauen, die schnell möglichst viele Kilos verlieren wollten, sondern für jeden, der sich besser fühlen wolle. „Manche Frauen denken, ich sei zu extrem, aber dann gibt es andere, die fragen, wie ich so gut und jung aussehen könne, obwohl ich bereits zwei Kinder bekommen habe.“

Früher sei sie ein Party-Girl gewesen, habe zweitweise unter ernsthaften Binge Eating-Attacken gelitten, Heißhungerattacken, bei denen sie sich abends regelmäßig ohne Maß vollstopfte mit Süßkram. „Ich fühlte mich immer aufgebläht und krank“, sagt Arthur. Nach der Trennung von ihrem Mann habe sie 2017 mit der ersten Wasserdiät begonnen.

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Experte sieht das Wasserfasten kritisch

Fasten-Experte Frank Madeo sieht das Extremfasten weniger positiv. „Wer drei Wochen lang nur Wasser trinkt, setzt sich einem massiven Risiko aus“, sagt der Professor vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Universität Graz und warnt im Gespräch mit FOCUS Online vor einer Diät in diesem Ausmaß.

Grundsätzlich sei der Verzicht auf Nahrung und andere Getränke als Wasser für eine bestimmte Zeit tatsächlich sinnvoll und empfehlenswert. Das Wasserfasten habe durchaus einen verjüngenden Effekt, löse Autophagie-Prozesse im Körper aus, die regenerierend wirkten. Auch auf das Diabetesrisiko, auf Gewicht und Immunsystem habe das Fasten einen positiven Effekt, sagt der Experte. „Wer das aber länger als 36 Stunden macht, sollte das nur unter klinischer Aufsicht tun.“

Selbst eine ärztliche Betreuung durch den Hausarzt reiche bei einer so extremen Diät nicht aus. Der Kreislauf könne jederzeit zusammenbrechen, da dem Körper wichtige Vitamine und Mineralien fehlten, die er sonst über die Nahrung aufnehme.

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Das setzt dem Organismus massiv zu, ist der Fasten-Experte sicher. „Es gibt keine seriösen Studien dazu, aber solch strenges Fasten halte ich für schädlich. Denn irgendwann kommt der Körper in einen Mangel. Wann genau, das hängt von verschiedenen Faktoren ab – aber nach drei Wochen ist das Risiko hoch.“

Sie schwört weiter auf die Wasserdiät

Diese Mangelversorgung müsse bei strengen Fastenkuren deshalb gezielt ausgeglichen werden, sagt der Biochemiker. In Fasten-Kliniken sei dies der Fall, Fachleute überwachten die Diät und den Zustand der Patienten genau. Das Zuhause zu gewährleisten, sieht Madeo kritisch. „Drei Wochen autodidaktisches Wasserfasten halte ich daher für problematisch.“

Nicola Arthur ist sich der Gefahren, die extremes Fasten birgt offenbar – zumindest in Teilen – durchaus bewusst. Sie sagt: „Fasten ist nicht für jeden etwas. Wer keine gesunde Beziehung zu Essen hat, unter Bulimie oder Anorexie leidet, schwanger ist oder an Diabetes erkrankt ist, sollte nicht fasten.“ Ob sie die fehlenden Nährstoffe während ihrer Wasserkuren mit Tabletten ausgleicht oder zumindest hin und wieder eine klare Suppe mit Salz isst, wie der Fasten-Experte rät, ist allerdings nicht bekannt.

Weitermachen will sie mit ihrer Wasserdiät aber auch künftig, wie sie erklärt. „Ich glaube nicht, dass Fasten eine Modeerscheinung ist, sondern vielmehr die Zukunft.“

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