Haut & Körperpflege

Forscher entwickeln "zweite Haut" – aufsprühbare Schutzschicht hält sogar beim Duschen

Ein Patient leidet an großflächigen Verbrennungen an Arm und Hand. Menschen mit derartigen Verletzungen kann nun mit einer neuen Methode geholfen werden, hier im Sheba Medical Centre in Tel Aviv. Professor Josef Haik trägt mit einer Sprühpistole eine Polymerschicht auf, um die Wunde zu bedecken. Avi Rottenbergs Wunden sind gut verheilt. Der Elektriker hatte sich verbrannt, im Oktober 2018. Zwei Mal am Tag wurden ihm damals die Wundverbände gewechselt – eine schmerzhafte Prozedur. Als er es nicht mehr aushielt, bekam er versuchsweise mit der SpinCare-Methode eine Polymerschicht verpasst. „Ich bin sehr zufrieden, es hat mir wirklich eine Menge Schmerzen beim Verbandswechsel erspart, die Stellen sind gut verheilt, weil sie nicht ständige wieder geöffnet wurden.“ Professor Haik ist nicht nur Chirurg, sondern auch Berater der israelischen Firma NanoMedic, die SpinCare entwickelt hat. „Durch das verschließen der Wunde reduzieren wir die Schmerzen und stärken die Wundheilung. Mit dieser Methode gelingt es uns, die oberste Schicht der menschlichen Haut zu imitieren. Die Oberfläche ist verschlossen und darunter kann der Körper sich selbst heilen.“ Zeit sparend sei die Methode und der Apparat ganz einfach zu bedienen. Die dünne Schicht erlaube es, dass sich der Patient bewege, auch können ab dem zweiten Tag nach dem Auftragen der Schicht geduscht werden, ideal sei die Technik auch für Kinder. Dr. Chen Barak ist Geschäftsführerin des Herstellerunternehmens und kennt die Möglichkeiten dieser Methode. „Im Moment nutzen wir die Standardpatrone, die eine Polymerlösung enthält. Wir haben aber erkannt, dass die Lösung auch als Vehikel funktionieren kann. Wir können also auch Ampullen mit antibakteriellen oder kollagenhaltigen Komponenten einsetzen, vielleicht enthalten die irgendwann sogar menschliche Zellen.“ Neun von den Geräten wurden Kliniken in Israel und Europa zu Testzwecken überlassen. Die Krankenhäuser melden den Entwicklern ihre Erfahrungen – so kann das Produkt verbessert und an die Bedürfnisse des Klinikalltags angepasst werden. Die Markteinführung ist für Mitte dieses Jahres geplant.

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