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Gesunde Ernährung: Schneller abnehmen mit frühem oder spätem Essenzeitfenster?

„Wer abends noch größere Portionen zu sich nimmt, der nimmt schneller zu.“ oder „Kohlenhydrate am Abend machen dick.“ – diese und ähnliche Annahmen halten sich wacker.

Als Konsequenz setzen viele Menschen, die Gewicht verlieren wollen, auf Intervallfasten oder verbieten sich ab einer bestimmten Uhrzeit schlicht die Nahrungsaufnahme.

Autorinnen und Autoren einer neuen Studie von der American Heart Association haben nun jedoch völlig gegenläufige Ergebnisse in der ‚Science Daily‘ veröffentlicht.

Diesen zufolge hat der Zeitpunkt, wann gegessen wird, keinen Einfluss auf den Abnehmerfolg.
 

Großes Frühstück oder am Abend schlemmen?

Die 41 Versuchsteilnehmerinnen und -teilnehmer wurden einer 12-wöchigen Beobachtung unterzogen. Während dieser Zeit folgten alle Probanden demselben Ernährungsplan und kamen auf dieselbe Energiebilanz.

Der einzige Unterschied bestand darin, dass eine Gruppe den Großteil seiner Kalorien – 80 Prozent – vor 13 Uhr zu sich nahm. Die andere Gruppe hingegen konsumierte 50 Prozent der aufzunehmenden Kalorien nach 17 Uhr.

Zeitlich begrenztes Essen hat keinen Einfluss auf das Gewicht

In beiden Gruppen verloren die Probanden Gewicht und hatten niedrigere Blutdruckwerte als zu Beginn des Testzeitraums.

Die Studienautorin Dr. Nisa M. Maruthur gab zu, dass man ein anderes Ergebnis erwartet hatte, dieses jedoch nicht eintrat.

Die Forschungsgruppe sammelt nun Informationen dazu, wie eine zeitlich begrenzte Nahrungsaufnahme sich auf Blutdruck, Blutzucker und hormonelle Werte auswirke.
 

Zwei Jahre alte Studie kam zu gegenteiligem Ergebnis

Eine Studie aus dem Jahre 2018 kam wiederum zu einem anderen Ergebnis. Bei einer dreiwöchigen Untersuchung wurde eine kleine Versuchsgruppe von sieben Männern und Frauen isoliert und vom Zeitgeschehen abgeschirmt.

Eine Gruppe durchlief die drei Wochen mit einem regulären 24-Stunden-Rhythmus mit festen Essenszeiten, die andere Gruppe hatte einen irregulären Tag-Nacht-Rhythmus mit von Tag zu Tag variierenden Essenszeiten, was einen Schichtarbeiteralltag imitieren sollten.

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Das Ergebnis war – so Studienleiterin Jeanne Duffy gegenüber ‚WebMD‘ –, dass die Probanden zehn Prozent mehr Kalorien am späten Nachmittag und frühen Abend verbrannten – trotz gleichbleibenden Aktivitätslevels.

Die Forscherinnen und Forscher folgerten hieraus, der Körper verbrauche zu bestimmten Zeiten mehr Energie. Wer abnehmen oder sein Gewicht halten möchte, solle daher regelmäßige Essens- und Schlafzeiten etablieren.
 

Entscheidend bleibt die Energiebilanz

Dass andere Studien zu anderen Ergebnissen kommen, erklärt Dr. Maruthur gegenüber der Science Daily so:

„Die meisten vorherigen Studien haben die Gesamtmenge der aufgenommenen Kalorien nicht kontrolliert.“

In der Untersuchung der American Heart Association hingegen war für beide Gruppen alles identisch – bis auf die Essenszeiten.
 

Quellen

  • Maruthur, N. M. et al. (2020): Calories by the clock? Squeezing most of your calories in early doesn’t impact weight loss, abgerufen am 18.11.2020 https://www.sciencedaily.com/releases/2020/11/201109074119.htm
  • Zitting, K.-M. et al. (2018): Human Resting Energy Expenditure Varies with Circadian Phase, abgerufen am 18.11.2020 https://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(18)31334-4

Kimberly Papenthin

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