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Studien widerlegen Behauptung: Masken führen nicht zu Atemnot

Es war ein längerer Prozess, bis sich der Großteil der deutschen Bevölkerung an die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gewöhnt hatte. Ein besonderer Streitpunkt: die vorher im Alltag unüblichen Gesichtsmasken.

Auch wenn die Maske immer mal wieder kratzt und nervt, ist sie mittlerweile weitestgehend akzeptiert: Zuletzt hielten laut der Forschungsgruppe Wahlen E.V. 87 Prozent der Deutschen die Ausweitung der Maskenpflicht für richtig.

Trotzdem heißt die vorhandene Akzeptanz nicht, dass Maske tragen nicht auch gewisse Komforteinschränkungen mit sich bringen kann, vor allem für Brillenträgerinnen und Brillenträger.

Diese tägliche Unbequemlichkeit führt nicht zuletzt zu dem Vorwurf von Maskenverweigerern, die Maske schränke das Atmen ein.

So machten sogar Gerüchte die Runde, die Alltagsmasken wären für den Tod von Kindern verantwortlich, da diese zu Atemnot führen würden und einen ausreichenden CO2-Austausch nicht mehr gewährleisten könnten.

Dafür gibt es keinerlei Belege, ganz im Gegenteil.
 

Studie zeigt kaum veränderte Sauerstoffsättigung

So untersuchte eine kanadische Studie 25 Altenheimbewohner im Durchschnittsalter von 76,5 Jahren, neun davon hatten mindestens eine chronische Erkrankung.

Alle Teilnehmer erhielten die gleiche dreilagige OP-Maske sowie ein tragbares Sauerstoff-Messgerät, mit dem sie eigenständig ihre periphere Sauerstoffsättigung (SpO2) messen konnten.

Gemessen wurde drei Mal für jeweils eine Stunde, vor, während und nach dem Tragen der Maske. Dazwischen mussten mindestens 20 Minuten Pause liegen.

Während der Messung erledigten die Teilnehmer normale Alltagstätigkeiten zu Hause.

Die durchschnittlichen Ergebnisse zeigen lediglich einen geringen Unterschied in der Sauerstoffsättigung: 96,1 Prozent SpO2 vor dem Tragen, 96,3 Prozent während und 96,3 Prozent nach dem Tragen der Maske.

Die Sauerstoffsättigung unterschied sich im Durchschnitt also lediglich um 0,46 Prozent zu der Messung vor dem Tragen der Maske, und um rund 0,21 Prozent zu danach, was deutlich unter der von den Autoren festgelegten Grenze von zwei Prozent liegt.

Damit zieht der Studienautor Dr. Noel Chan das Fazit: „Diese Ergebnisse unterstützen nicht die Behauptung, dass Gesichtsmasken im Alltag unsicher sind“.
 

Schutzmasken ermöglichen den Gasaustausch beim Atmen

Eine weitere Studie aus Miami maß die Effekte von Gesichtsmasken auf den Gasaustausch bei gesunden Teilnehmern und Patienten mit der Lungenerkrankung COPD.

Die 15 gesunden Probanden waren durchschnittlich 31,1 Jahre alt, während die 15 vorerkrankten Probanden ein mittleres Alter von 71,6 Jahren hatten.

Die Probanden trugen die OP-Maske bei einem sechsminütigen Gehtest, wobei die Ergebnisse auch hier weder einen klinisch signifikanten Abfall der Sauerstoff-Sättigung (SpO2) im Blut zeigten, noch einen Abfall von CO2 beim Ausatmen (EtCO2).

Bei den COPD-Patienten kam es lediglich im Rahmen ihrer Erkrankung zu einem erwartbaren SpO2-Abfall.

Daher kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss: „Diese Daten zeigen, dass der Gasaustausch durch die Verwendung einer chirurgischen Maske nicht signifikant beeinflusst wird, selbst bei Patienten mit schwerer Lungenschädigung“.
 

Kinderärzte raten ab der Grundschule zu Masken

Beide Studien demonstrieren hinreichend, wie unbegründet die Vorwürfe von Maskengegnern sind. Die handelsüblichen Alltagsmasken führen weder zu einem Abfall des Sauerstoffgehalts, noch zu einem sogenannten „CO2-Stau“, der zu einer Atemnot führen könnte.

Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) korrigiert diese Gerüchte auf seiner Website und ermutigt Eltern, Kinder besser aufzuklären.

Damit schließt sich der BVKJ auch der Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an, die Stoffmasken ab dem Grundschulalter empfiehlt, da jüngere Kinder sich zu oft ins Gesicht fassten.

Quellen

  • Forschungsgruppe Wahlen E.V. (2020): Politbarometer Oktober II 2020, abgerufen am 10.11.2020; https://www.forschungsgruppe.de/Aktuelles/Politbarometer/
  • Chan, N., Li, K., Hirsh, J. (2020): Peripheral Oxygen Saturation in Older Persons Wearing Nonmedical Face Masks, abgerufen am 10.11.2020; https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2772655
  • Samannan, R., Holt, G. et al. (2020): Effect of Face Masks on Gas Exchange in Healthy Persons and Patients with COPD, abgerufen am 10.11.2020; https://www.atsjournals.org/doi/pdf/10.1513/AnnalsATS.202007-812RL
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Bayern e.V. (2020): Sauerstoffversorgung für Kinder ist gewährleistet, abgerufen am 10.11.2020; https://www.kinderaerzte-im-netz.de/mediathek/informationen-zum-maskentragen/
  • Weltgesundheitsorganisation (2020): Advice on the use of masks for children, abgerufen am 10.11.2020; https://www.who.int/publications/i/item/WHO-2019-nCoV-IPC_Masks-Children-2020.1

Mirjam Bittner

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