Gesundheit

Also, es ist echt nicht alles schief gelaufen, sagt Merkel zum Thema Impfen

Mehr als 19 Prozent der Deutschen sind bereits zum ersten Mal gegen Corona geimpft. Die Kassenärzte erwarten zudem, dass die Impfpriorisierung bestimmter Gruppen in Deutschland im Mai aufgehoben werden kann. Alle Meldungen rund um das Impfen in Deutschland lesen Sie im Ticker von FOCUS Online.

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 22. April 2021

  • Auf dem schnellsten Weg zum Pieks: Hausarzt, Impfzentrum, Drive-In, Newsletter: So kommen Sie jetzt an Ihren Impf-Termin

Astrazeneca in drei Bundesländern für alle freigegeben – unter einer Bedingung

07.31 Uhr: Der Impfstoff von Astrazeneca ist in drei Bundesländern für alle Altersgruppen freigegeben worden: nach Sachsen entschieden am Mittwoch auch Mecklenburg-Vorpommern und Bayern, die Priorisierung für diesen Impfstoff komplett aufzuheben. Bei Menschen unter 60 Jahren ist jedoch vor dem Spritzen eine ausführliche Beratung durch den Impfarzt notwendig, wie die Gesundheitsministerien mitteilten. Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild Eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca wird aufgezogen.

Wegen sehr seltener Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) soll der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland seit dem 31. März in der Regel nur noch bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden.

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) sagte laut Mitteilung am Mittwoch: «Die Freigabe ist ein Angebot, dass diejenigen, die keine oder wenige Vorbehalte gegen den Impfstoff haben, die Möglichkeit nutzen können, sich gegen das Coronavirus auch impfen zu lassen. Ziel ist es weiter, dass kein Impfstoff liegen bleibt und wir weiter beim Durchimpfen der Bevölkerung vorankommen.»

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) teilte am Mittwochabend in München mit: "Die Ärzte kennen ihre Patienten gut und wissen, wem sie aus dem Kreis der unter 60-Jährigen unter Berücksichtigung der Vorgaben der Ständigen Impfkommission ein Impfangebot mit diesem Wirkstoff machen können – und beraten hierzu ausführlich.» Dieses besondere Vertrauensverhältnis solle genutzt werden, «denn jede Dosis Impfstoff muss möglichst rasch verimpft werden."

Im Corona-Hotspot Hof in Bayern werden seit vergangener Woche bereits auch über 18-Jährige mit einem Sonderkontingent des Astrazeneca-Vakzins geimpft. Zudem hatten immer mehr Landkreise im Freistaat mitgeteilt, bei Impfaktionen Astrazeneca-Dosen für alle Erwachsenen anzubieten. Sowohl der niederbayerische Landkreis Dingolfing-Landau als auch der Landkreis Mühldorf am Inn in Oberbayern kündigten am Mittwoch an, am kommenden Wochenende "offene Impftage" für alle ab 18 Jahren anbieten zu wollen.

In Bayern sollen mobile Impfteams ab Mai auch Obdachlose impfen

Donnerstag, 22. April, 06.18 Uhr: Mobile Impfteams sollen in Bayern ab Mai auch auf der Straße lebende Obdachlose gegen das Coronavirus immunisieren. Die Regierung stelle dafür ab nächster Woche 6000 Impfdosen zur Verfügung, kündigte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag an. "Wir wollen damit gezielt auf die Menschen zugehen, die nicht in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und somit faktisch auf der Straße leben", sagte er laut einer Mitteilung des Ministeriums. "Hier geht es um Menschen, die keinen dauerhaften Aufenthaltsort haben und das bestehende Hilfesystem aus unterschiedlichen Gründen meiden."

Die Impfangebote soll es von den Teams der Impfzentren immer am gleichen Ort und zur gleichen Uhrzeit geben. "Wir werden keine unnötigen bürokratischen Hindernisse schaffen. Ein abgelaufener Personalausweis wird bei niemandem die Impfung verhindern", versprach Holetschek.

Laut Ministerium gehören auf der Straße lebende Menschen nach der Impfreihenfolge des Bundes zur Priorisierungsgruppe 3. Menschen, die in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe untergebracht sind, sollten bereits als Teil von Priorisierungsgruppe 2 Impfangebote erhalten haben – von mobilen Impfteams in den Einrichtungen oder per direkter Terminvereinbarung im Impfzentrum.

Wer den Ort seines gewöhnlichen Aufenthalts nicht wie in der Verordnung vorgesehen nachweisen könne, könne eine vom Ministerium erarbeitete Vorlage zur Bestätigung der Unterkunft oder einer Hilfsstelle als Identitätsnachweis nutzen.

"Also, es ist echt nicht alles schief gelaufen", sagt Merkel zum Thema Impfen

21.58 Uhr: Nach den Erfahrungen der Corona-Pandemie plädiert Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür, Europa mehr Macht in Gesundheitsfragen zu übertragen. Falls nötig müssten dafür auch die EU-Verträge geändert werden, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in einer Online-Diskussion der Europäischen Volkspartei zur Zukunft Europas.

"Ich glaube, dass Europa im Bereich Gesundheit mehr Kompetenzen braucht", sagte Merkel. "Wahrscheinlich muss man dazu auch die Verträge ändern. Ich war immer offen für Vertragsänderungen, wenn sie einen Sinn machen. Das ist kein Selbstzweck." Die Kanzlerin verteidigte zugleich nochmals die Beschaffung von Corona-Impfstoff über Brüssel. Sicher seien auch Fehler gemacht worden, aber: "Also, es ist echt nicht alles schief gelaufen", sagte Merkel.

Sie äußerte sich im Gespräch mit dem CSU-Europapolitiker Manfred Weber vor dem Start der Konferenz zur Zukunft Europas am 9. Mai. Weber plädierte für weitergehende Reformen, um die EU schneller, effizienter und bürgerfreundlicher zu machen. Immer, wenn die EU-Staaten einstimmig entscheiden müssten – wie in der Außen- und der Steuerpolitik -, "dort versagt Europa", sagte Weber, Fraktionschef der Europäischen Volkspartei im Europaparlament. "Ich bin nicht mehr bereit, dass ich da auf den langsamsten warte." ./Johnson & Johnson/AP/dpa

Bayern gibt Astrazeneca in Arztpraxen für alle Altersgruppen frei

19.58 Uhr: Auch Bayern hat den Impfstoff von Astrazeneca in Arztpraxen für alle Altersgruppen freigegeben. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) teilte am Mittwoch in München mit: "Die Priorisierung bei Astrazeneca ist ab sofort aufgehoben, der Impfstoff kann in den Arztpraxen auch Personen unter 60 Jahren angeboten werden."

Abblätternde Farbe, Schutt, unzureichende Ausbildung: US-Behörde erklärt, warum J&J-Werk schließen musste

18.03 Uhr: Nach der Schließung eines Werks von US-Impfstoffhersteller Johnson & Johnson (J&J) hat die US-Arzneimittelbehörde FDA eine Mängelliste veröffentlicht. In dem Bericht hieß es unter anderem, dass die Ausbildung der Mitarbeiter unzureichend sei und, dass vor Ort abblätternde Wandfarbe und Schutt gefunden worden seien.

Die Firma Emergent BioSolutions, die in einem Werk in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland das Corona-Vakzin für J&J produziert, erklärte am Montag in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC, die FDA habe verlangt, die Produktion bis zum Abschluss einer laufenden Untersuchung auszusetzen. Seit der vergangenen Woche wurde dort kein Impfstoff prodouziert.

Bislang ging kein Impfstoff aus Baltimore aus in den Vertrieb. Johnson & Johnson will einer Erklärung zufolge für eine schnelle Beseitigung der Mängel sorgen.

Ende März hatte das Unternehmen bestätigt, dass eine Charge seines Impfstoffs in der Produktionsstätte in Baltimore "nicht den Qualitätsanforderungen" entsprochen habe. Nach Informationen der "New York Times" waren 15 Millionen Impfdosen unbrauchbar. Johnson & Johnson kündigte trotz der Panne an, im April 24 Millionen zusätzliche Dosen zu liefern.

Interne EU-Dokumente zeigen, warum Astrazeneca immer wieder Lieferprobleme hat

17.20 Uhr: Bevorzugt Astrazeneca andere Kunden, zum Beispiel Großbritannien, statt an die EU zu liefern? Ein Bericht des Magazins "Politico" bringt nun Aufschluss in dieser Frage. Laut Dokumenten aus dem Februar habe das Unternehmen extreme Probleme genug Wirkstoff in Europa zu produzieren, um den Bedarf für die bestellten Liefermengen decken zu können.

Um die Probleme, die vor allem ein Werk in den Niederlanden betrafen, zu lösen, versuchte Astrazeneca mehr Wirkstoff aus einem Werk im US-amerikanischen Maryland nach Europa zu liefern. Aus diesem seien "die wichtigsten Mengen“ Impfstoffserum an die EU geliefert worden, heißt es in den Dokumenten. Die Abfüllung erfolgte dann in Belgien, den Niederlanden und Italien.

Laut eines anonymen EU-Diplomaten, den "Politico" zitiert machten die Transporte aus den USA Anfang des Jahres rund die Hälfte des verfügbares Astrazeneca-Impfstoffs in der EU aus. Während die Vereinigten Staaten einen wertvollen Beitrag zur europäischen Impfstrategie leisteten, kam jedoch aus Großbritannien keine Hilfe. "Von dort haben wir nichts erhalten", heißt es in den Dokumenten.

Änderung der Impfempfehlung: Jetzt können auch Jüngere leichter mit AstraZeneca geimpft werden

17.01 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert-Koch-Instituts hat nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins "Business Insider“ die Impfempfehlung zu AstraZeneca geändert – mit weitreichenden Folgen für Ärzte und vor allem jüngere Menschen.

So empfahl die Stiko aufgrund der Gefahr von gefährlichen Hirnvenen-Thrombosen bisher, dass das Mittel vor allem über 60-Jährige erhalten sollen. Unter 60-Jährige sollen den Impfstoff erst nach "nach ärztlichem Ermessen" bekommen. Das Problem daran: Viele Ärzte hatten die Sorge, dass sie damit die Haftung für etwaige Impfschäden selbst übernehmen müssen – und hielten sich mit Impfungen des Mittels häufig zurück.

In der neuen Empfehlung heißt es nun, dass das Mittel unter 60-Jährigen "nach ärztlicher Aufklärung" gespritzt werden kann. Stiko-Chef Thomas Mertens begründet die Änderung auf Anfrage von "Business Insider" damit, dass sie bloß eine Klarstellung sei: "Aus Sicht der Stiko ist dies keine inhaltliche Änderung. Derjenige, der mit AstraZeneca geimpft werden will, kann sich nach entsprechender Aufklärung impfen lassen". Die sprachliche Änderung entsprach einem dringenden Wunsch der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Das Argument war die 'Rechtssicherheit' für die Ärzte." Bei den Kassenärzten geht man davon aus, dass mit der Rechtssicherheit in den Praxen nun nochmal der Impfturbo angeschaltet wird und es zu mehr Impfungen mit AstraZeneca kommt.

Nach Sachsen: Auch Mecklenburg-Vorpommern gibt Astrazeneca für alle Altersgruppen frei

16.08 Uhr: Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hat die Impfpriorisierung für den Impfstoff von Astrazeneca aufgegeben. Damit sei er für alle Altersklassen unabhängig von der Priorität der Impfkandidaten ab sofort freigegeben, teilte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Mittwoch mit. Der Impfstoff könne in den Impfzentren, durch mobile Teams, in den Krankenhäusern und von den Hausärzten verimpft werden.

"Die Freigabe ist ein Angebot, dass diejenigen, die keine oder wenige Vorbehalte gegen den Impfstoff haben, die Möglichkeit nutzen können, sich gegen das Coronavirus auch impfen zu lassen", erläuterte Glawe. Ziel sei es, dass kein Impfstoff liegenbleibt und die Impfkampagne des Landes vorankomme.

Auch in Sachsen können sich bereits alle Bürger in Arztpraxen mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag mitteilte. Es gibt allerdings Bedingungen: Die Impfung darf in den am Impfprogramm beteiligten Praxen nur nach einer ausführlichen Beratung erfolgen. Sowohl der Arzt als auch der impfwillige Bürger müssen zustimmen. Bisher wurde der Impfstoff nur Menschen im Alter ab 60 Jahren verabreicht.

Auch immer mehr Landkreise in Bayern bieten bei Impfaktionen Astrazeneca-Dosen für alle Erwachsenen an. Sowohl der niederbayerische Landkreis Dingolfing-Landau als auch der Landkreis Mühldorf am Inn in Oberbayern kündigten am Mittwoch an, am kommenden Wochenende "offene Impftage" für alle ab 18 Jahren anbieten zu wollen.

Bisher 59 Fälle von Hirnthrombosen nach Astrazeneca-Impfung

15.05 Uhr: In Deutschland sind bis Mitte April 59 Fälle von Sinus- und Hirnvenenthrombosen nach Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca gemeldet worden. Das berichtet das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) auf seiner Homepage. Die Betroffenen seien zwischen 13. Februar und 31. März geimpft worden. Zwölf Menschen seien gestorben, sechs Männer und sechs Frauen. Bis einschließlich 15. April wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) insgesamt mehr als 4,2 Millionen Erstdosen und 4153 Zweitdosen des Impfstoffs verabreicht.

Die sehr seltenen Fälle dieser Hirnthrombosen wurden nach PEI-Angaben bisher ausschließlich nach der ersten Impfdosis berichtet. Die Symptome begannen demnach in 57 der 59 Fälle innerhalb von 29 Tagen nach der Impfung, in zwei Fällen lagen dem Institut dazu keine Angaben vor. In 31 Fällen wurde zusätzlich eine sogenannte Thrombozytopenie gemeldet – also ein Mangel an Blutplättchen. Diese sei spätestens nach 17 Tagen aufgetreten, hieß es.

45 der insgesamt 59 Meldungen von Hirnthrombosen betrafen den Angaben zufolge Frauen, deren Alter lag zwischen 20 und 79 Jahren. 38 jener 43 Frauen, bei denen das Zeitintervall zwischen Impfung und Symptombeginn bekannt ist, waren zwischen 22 und 59 Jahren alt, die fünf übrigen Frauen waren mindestens 60 Jahre alt. Zwölf der 14 betroffenen Männer waren 20 bis 59 Jahre alt, die übrigen beiden waren zwischen 60 und 70.

Wegen der Fälle solcher Blutgerinnsel (Thrombosen) soll der Astrazeneca-Impfstoff in Deutschland seit 31. März in der Regel nur noch bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Unter 60-Jährige können sich "nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung" weiterhin damit impfen lassen.

Nach Prüfung ähnlicher Nebenwirkungen hatte die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) am Dienstag dem jüngst zugelassenen Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson grünes Licht gegeben. Nach Daten der US-Arzneimittelbehörde FDA liegt bei diesem Präparat das Risiko für solche Thrombosen bei rund 1 zu einer Million.

Einige Länder wollen Sonder-Regeln für Geimpfte – Beratungen am Montag

13.08 Uhr: Bund und Länder wollen auf einem gemeinsamen Impfgipfel am Montag offenbar über mögliche weitreichende Ausnahmen bei den Corona-Regeln für Geimpfte beraten. Nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Business Insider“ fordern einige Länder beispielsweise Öffnungen von Restaurants und Hotels nur für Geimpfte. Auch dass die geplante Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr, die mit Inkrafttreten der Corona-Notbremse des Bundes in allen Kreisen mit einer Inzidenz über 100 gelten soll, ausnahmslos für Geimpfte gelten soll, sehen einige Länder kritisch.

Grund: Schon jetzt hat etwa jeder fünfte Deutsche mindestens seine Erstimpfung erhalten. Das Robert-Koch-Institut geht bislang davon aus, dass das Risiko, dass diese Menschen andere infizieren können, so gut wie nicht vorhanden ist. Dazu gibt es schon jetzt Ausnahmen für Geimpfte bei Testpflichten zur Einreise nach Deutschland oder beim Shoppen.

Die Länder machen daher Druck, auch in anderen Bereichen Perspektiven aufzuzeigen, gerade dort, wo Einlasskontrollen gut möglich sind, beispielsweise eben in Restaurants, Hotels und Fitnessstudios. Bei Gaststätten und Hotels kommt hinzu, dass der Sommer vor der Tür steht und diese Branchen, die bisher noch gar keine Perspektive hatten, mehr Planbarkeit benötigen.

Eine Entscheidung soll dem Vernehmen nach aber am Montag nicht getroffen werden. Es sei lediglich ein Informationsgespräch unter anderem zum Thema Ausnahmen für Geimpfte, so ein hochrangiger Länder-Vertreter zu Business Insider.

Aber auch im Bund mehren sich die Stimmen, über weitere Perspektiven für Geimpfte zu diskutieren. So sei es zwar noch immer nötig, dass selbst Geimpfte Abstand halten und die Hygieneregeln einhalten, insbesondere mit Blick auf die Verbreitung von Virusvarianten und die beobachtenden Impfdurchbrüche, so SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese zu Business Insider. Aber: "Um dynamisch und schnellstmöglich auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse reagieren zu können, haben wir im Infektionsschutzgesetz eine Verordnungsermächtigung für die Bundesregierung mit Zustimmung von Bundesrat und Bundestag vorgesehen. Wir erwarten auf dieser Grundlage kurzfristig Ausnahmeregelungen auf Basis des gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes."

Mittwoch, 21. April, 09.27 Uhr: Schleswig-Holstein bekommt von Dänemark 55.000 Dosen des Impfstoffes des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca. Wie die dänische Regierung am Dienstagabend mitteilte, ist dies eine Art Darlehen. Die Impfdosen sollen nach einem vereinbarten Zeitraum zurückerstattet werden.

Allerdings hat sich Dänemark entschieden, den Astrazeneca-Impfstoff Vaxzevria wegen der Gefahr von Blutgerinnseln selbst nicht mehr zu verwenden. Die Regierung hat noch nicht entschieden, was mit ihren anderen gekauften Astrazeneca-Dosen geschehen soll.

Gesundheitsminister Magnus Heunicke sagte, er sei im Dialog mit mehreren Ländern. "Wenn wir mit einigen Ländern einen Tauschhandel machen können, bei dem wir Astrazeneca-Impfstoffe an sie senden und einige ihrer Pfizer-Impfstoffe zurückbekommen, ist das natürlich äußerst interessant“, sagte Heunicke.

Diskutiert wird auch, ob es möglich ist, Vaxzevria an Freiwillige zu verabreichen. 270.000 Dosen sind zurzeit in Dänemark eingelagert, im Mai würden 350.000 weitere Dosen erwartet, berichtete die dänische Agentur Ritzau.

Berlin bekommt weniger Impfstoff als andere Bundesländer

21.25 Uhr: Arztpraxen in Berlin und Brandenburg haben in den vergangenen zwei Wochen deutlich weniger Corona-Impfstoff bekommen als vorgesehen. Andere Bundesländer erhielten dagegen sogar mehr als geplant, wie der "Rundfunk Berlin-Brandenburg" (RBB) unter Berufung auf Daten des Paul-Ehrlich-Instituts berichtete. Demnach haben die Berliner Arztpraxen in der vergangenen Woche und der davor gut 7.300 Biontech-Impfdosen weniger bekommen, als dem Land laut Verteilungsschlüssel zugestanden habe. In keinem anderen Bundesland war die Lücke im gleichen Zeitraum so groß.

In Brandenburg waren es fast 2.700 Dosen weniger als erwartet. Dagegen erhielten sieben Bundesländer mehr Impfstoff als vorgesehen. So erhielt beispielsweise Niedersachen insgesamt etwas mehr als 8.000 Impfdosen über Soll, Mecklenburg-Vorpommern sogar knapp 13.000 Impfdosen.Das Ministerium von Gesundheitsminister Jens Spahn teilte dem RBB mit, derzeit würden bundesweit mehr als 55.000 Arztpraxen mit Impfstoff versorgt. Dabei könne es zu Abweichungen kommen.

Virologin Ciesek: Gefahr durch Impfung wird überschätzt

19.39 Uhr: Die Gefahr von Impfnebenwirkungen wird nach Ansicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek in der Bevölkerung überschätzt. Das gelte auch für die Sinusvenenthrombosen nach einer Impfung mit Astrazeneca – selbst für junge Menschen, die nur selten schwer an Covid-19 erkrankten.

"Das ist sicherlich ein Problem: Durch diese ganzen Medienberichte und die Aufmerksamkeit auf dieses Thema wird das eigene Risiko, an einer Thrombose zu erkranken, eigentlich überschätzt", sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update".

Ciesek wies auf einen "Risiko-Rechner" der Universität Cambridge in England hin. Der vergleicht für bestimmte Altersgruppen, wie groß das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung ist und wie hoch das Risiko ist, nach einer Impfung mit Astrazeneca eine solche Thrombose zu bekommen. Die Berechnung zeige klar, "dass der Impfstoff bei weitem sicherer ist als das Risiko einer Covid-19-Infektion", betonte Ciesek.

Diese Schlussfolgerung gelte bei hohen Inzidenzzahlen sogar für jüngere Menschen, die ein relativ geringes Risiko für schwere Verläufe hätten. Bei 20- bis 30-Jährigen liege das Risiko, mit Covid-19 auf eine Intensivstation zu müssen, doppelt so hoch wie das Risiko einer ernsthaften Schädigung durch den Impfstoff. In der Altersgruppe zwischen 60 und 70 liege dieses Risiko mehr als 600 Mal höher.

Alkohol hat nach Ansicht der Virologin keinen großen Einfluss auf den Immunschutz. Allerdings sei es nicht ratsam, rund um einen Impftermin viel Alkohol zu trinken. "Große Mengen Alkohol sind schließlich Gift für den Körper. Und wenn der Körper nach einer Impfung mit der Immunabwehr beschäftigt ist, sollte man ihn nicht auch noch mit Giftstoffen belasten."

Foto: dpa Virologin Sandra Ciesek.  

Johnson & Johnson setzt Marktstart in Europa fort

19.12 Uhr: Der US-Hersteller Johnson & Johnson will die Markteinführung seines Corona-Impfstoffes in Europa fortsetzen. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit, nachdem die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) grünes Licht für das Präparat gegeben hatte.

Der Pharmakonzern hatte vor einer Woche erklärt, den Marktstart in Europa zunächst zu verzögern, weil es Berichte über Sinusvenenthrombosen in den USA gebe. Die EMA bekräftigte jedoch am Dienstag, dass die Vorzüge des Impfstoffs, Covid-19 zu verhindern, höher zu bewerten seien als die Risiken von Nebenwirkungen.

Die Lieferungen in die EU sowie nach Norwegen und Island würden nun wieder gestartet, erklärte Johnson & Johnson. Der Beipackzettel des Impfstoffs werde aktualisiert, zudem sollten auch die Mitarbeiter der medizinischen Einrichtungen, in denen der Wirkstoff verwendet werde, speziell informiert werden.

Die EMA erklärte, der Wirkstoff könne tatsächlich in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen. Doch die Möglichkeit von Blutgerinnseln bei einer zugleich sehr niedrigen Zahl von Blutplättchen werde nun als seltene Nebenwirkung registriert.

In der Schweiz sind Geimpfte für sechs Monate von Quarantäne befreit

17.37 Uhr: Gegen das Coronavirus vollständig geimpfte Personen müssen in der Schweiz nach einem Kontakt mit einem Infizierten nicht mehr in die Quarantäne. Diese Regel gilt für sie für sechs Monate nach der Impfung, wie Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, am Dienstag in Bern sagte. Sie sollten sich aber testen lassen, falls sie Symptome haben.

Die Regel greift nicht bei der Einreise. Die Test- und Quarantänepflicht je nach Herkunftsregion bleibe bestehen, präzisierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Auf der Schweizer Liste der Risikoländer und -regionen stehen auch die deutschen Bundesländer Sachsen und Thüringen. Wer sich dort in den zehn Tagen vor der Einreise in die Schweiz aufgehalten hat, muss einen negativen Test vorlegen und nach Ankunft zehn Tage in Quarantäne.

Schwesig: Wer Astrazeneca nicht verimpft, bekommt weniger Biontech

17.28 Uhr: Zur Erhöhung des Impftempos in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt die Regierung den Druck auf die Landkreise und kreisfreien Städte. Wer bis kommenden Freitag seinen Überhang an Astrazeneca-Impfstoff nicht gespritzt habe, bekomme danach entsprechend weniger vom Präparat Biontech geliefert, kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung an.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) liegen in den Impfzentren noch rund 3000 Astrazeneca-Impfdosen aus bisherigen Lieferungen. Vor zwei Wochen waren es noch rund 53 000 gewesen. Mit mehreren Sonder-Aktionen gelang es, den Berg weitgehend abzutragen. In den Arztpraxen des Landes liegen noch einmal rund 30 000 Impfdosen. Die Kassenärztliche Vereinigung meldete am Dienstag Probleme der Ärzte, die Dosen rasch zu geben. Als einen Grund wurde das sinkende Vertrauen in den Impfstoff von Astrazeneca bei vielen Patienten genannt.

EMA empfiehlt Impfstoff von Johnson & Johnson uneingeschränkt weiter

16.18 Uhr: Nach der Prüfung sehr seltener Fälle von Hirnvenenthrombosen hat die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) grünes Licht gegeben für den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson. Allerdings könne der Wirkstoff tatsächlich in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Experten hatten das Präparat nach acht Fällen von Blutgerinnseln nach einer Impfung in den USA erneut geprüft.

Die EMA hält daran fest, dass die Vorzüge des Impfstoffs, Covid-19 zu verhindern, höher zu bewerten seien als die Risiken von Nebenwirkungen. Doch die Möglichkeit von Blutgerinnseln bei einer zugleich sehr niedrigen Zahl von Blutplättchen werde nun als seltene Nebenwirkung registriert. In den meisten Fällen ging es nach Angaben der Experten um Frauen unter 60 Jahre. Die Thrombosen vorwiegend in den Hirnvenen waren innerhalb von drei Wochen nach der Impfung aufgetreten.

Vor einer Woche hatten die USA die Nutzung des Präparats vorübergehend ausgesetzt. Acht Fälle von Thrombosen waren aufgetreten nach etwa sieben Millionen Impfungen mit dem Johnson & Johnson-Präparat in den USA. In der EU war die Lieferung des Impfstoffs erst in der vergangenen Woche angelaufen. Zahlreiche EU-Staaten folgten der Empfehlung des Herstellers, vor der Nutzung zunächst das Gutachten der Experten abzuwarten.

Sachsen hebt Impfpriorisierung für Astrazeneca in Praxen komplett auf

15.00 Uhr: In Sachsen können sich ab sofort alle Bürger in Arztpraxen mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen. Wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden mitteilte, ist damit die Impfpriorisierung für diesen Impfstoff komplett aufgehoben.

Es gibt allerdings Bedingungen: Die Impfung darf in den am Impfprogramm beteiligten Praxen nur nach einer ausführlichen Beratung erfolgen. Sowohl der Arzt als auch der impfwillige Bürger müssen zustimmen. Bisher wurde der Impfstoff nur Menschen im Alter ab 60 Jahren verabreicht.

Jeder fünfte Deutsche hat seine erste Dosis bekommen

10.18 Uhr: 20,2 Prozent der Bevölkerung sind Meldedaten zufolge mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 20. April hervor (Stand: 8.00 Uhr). Demnach wurden etwa 16,8 Millionen Menschen ein Mal geimpft, weitere rund 5,6 Millionen haben den vollen Impfschutz bekommen. Innerhalb eines Tages wurden 381.095 weitere Impfungen verabreicht.

Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Ländern: Zehn der 16 Bundesländer haben bereits die 20-Prozent-Marke bei den Erstimpfungen erreicht. Schlusslicht ist derzeit Hessen mit 18,3 Prozent.

Die Impfkampagne in Deutschland hatte Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft.

Produktion von Johnson & Johnson-Impfstoff in US-Werk nach Panne gestoppt

07.14 Uhr: Nach einer Panne bei der Herstellung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson hat die US-Arzneimittelbehörde FDA einen Produktionsstopp in dem betroffenen Werk in den USA gefordert. Die Firma Emergent BioSolutions, die das Werk in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland betreibt, erklärte am Montag in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC, die FDA habe verlangt, die Produktion bis zum Abschluss einer laufenden Untersuchung auszusetzen.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte Ende März bestätigt, dass eine Charge seines Impfstoffs in der Produktionsstätte in Baltimore "nicht den Qualitätsanforderungen" entsprochen habe. Johnson & Johnson nannte selbst keine Zahlen. Laut der "New York Times" waren 15 Millionen Impfdosen unbrauchbar. Johnson & Johnson kündigte trotz der Panne an, im April 24 Millionen zusätzliche Dosen zu liefern.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson hatte in den USA Ende Februar eine Notfallzulassung erhalten. Mitte März wurde das Vakzin dann auch in der EU zugelassen. Anders als in den USA ist der Impfstoff in der Europäischen Union aber noch nicht im Einsatz.

Corona-Impfung: Arzt impfte Firmenmitarbeiter gegen Geld

07.10 Uhr: Ein Hausarzt hat am Sonntag nach WDR-Informationen in Hamminkeln am Niederrhein etliche Mitarbeiter verschiedener Unternehmen gegen Corona geimpft – und dafür 80 Euro pro Patient verlangt. Wie der WDR am Montag berichtete, fand die Impfung in einer Scheune statt. Die Impfung selbst sei umsonst, schrieb der Arzt demnach in seinen Einladungen, "allerdings berechnen wir für unsere Auslagen und Personalressourcen (…) pro Impfling 80 Euro, die wir Ihnen in Rechnung stellen".

Der Arzt hat nach eigenem Dafürhalten etwas "Gutes" getan, nämlich 200 Menschen geimpft. Die 80 Euro pro Kopf seien keine Bezahlung, sondern ein Unkostenbeitrag für die Anmietung der Scheune und für den Lohn von 20 Mitarbeitern, die sonntags beim Impfen geholfen hätten. Er sei zudem der Betriebsarzt der Unternehmen, die in systemrelevanten Bereichen wie Entsorgungswirtschaft und Transportwesen tätig seien. Die Impfdosen habe er vom Kreis Wesel erhalten, und zwar mit dem Hinweis, sie schnell zu verimpfen.

Das NRW-Gesundheitsministerium kritisierte den Arzt. Dass er für die Impfungen Geld genommen habe, sei "inakzeptabel", so das Ministerium gegenüber dem WDR. Man werde deshalb eine berufsaufsichtsrechtliche Prüfung veranlassen. Ebenso inakzeptabel sei es, dass der Mediziner schon in seiner Einladung in Aussicht gestellt habe, dass übrig gebliebene Impfdosen an nicht-priorisierte Mitarbeiter gehen könnten.

Hausärzte bekommen nächste Woche 500.000 Extra-Impfdosen

Dienstag, 20. April, 07.05 Uhr: Die niedergelassenen Ärzte in Deutschland sollen einem Bericht zufolge in der kommenden Woche 500.000 Corona-Impfdosen mehr erhalten als bisher geplant – allerdings nur noch den Impfstoff von Biontech und Pfizer. Wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) berichtete, wird der Bund den Praxen "für die Woche vom 26. April bis 2. Mai ausschließlich den Impfstoff von Biontech-Pfizer bereitstellen, mit zwei Millionen Dosen aber deutlich mehr, als bisher avisiert waren".

Sven Hoppe/dpa/Symbolbild Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht den Covid-19-Impfstoff für eine Impfung auf eine Spritze.  

Ursprünglich sollten in der letzten Aprilwoche demnach rund 1,5 Millionen Impfdosen an die Praxen gehen, davon drei Viertel Biontech und ein Viertel Astrazeneca. "Durch die höhere Liefermenge können Vertragsärzte nunmehr 24 bis 48 Dosen für die Woche vom 26. April bis 2. Mai ordern", zitierte die Zeitung aus einer Mitteilung der KBV an die Praxen. "Nunmehr erhalten die Arztpraxen ausschließlich Impfstoff von Biontech-Pfizer."

Der Apothekerverband Nordrhein begrüßte die Pläne. "Das ist eine erfreuliche Steigerung und wird die Impfkampagne in den Hausarztpraxen erheblich beschleunigen", sagte Verbandschef Thomas Preis der "Rheinischen Post". Der "gut etablierte Impfstoff" von Biontech und Pfizer sorge "für schnellere Abläufe in Praxen und Apotheken, weil viel Beratungszeit entfällt". Der Astrazeneca-Impfstoff sei hingegen gut geeignet, in den Impfzentren geimpft zu werden.

"Das Ziel, dass schon im Sommer zumindest jeder eine Impfung erhalten hat, wird so immer wahrscheinlicher, zumal Biontech angekündigt hat, im Juni die Zahl der ausgelieferten Dosen noch einmal deutlich zu steigern", fügte Preis hinzu.

Ex-EU-Präsident Juncker kritisiert EU für leere Impfstoff-Versprechen

20.33 Uhr: Der ehemalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker findet harsche Worte die Impfstoff-Verteilung der Europäischen Union. Insbesondere der schleppende Start der Impfkampagne habe "den Ruf der EU beschädigt". Dies äußerte der 66-Jährige jetzt in einem Interview mit der britischen Zeitung "i".

Brüssel habe sich an seine Versprechen nicht gehalten. Aussagen vom Beginn des Jahres, wie etwa dass nun "die Stunde Europas" sei oder dass jeder EU-Bürger bis zu einem bestimmten Stichtag eine Impfung erhalte, hätten sich als Worthülsen erwiesen. Juncker sagte gegenüber "i" aber auch: "In einer außergewöhnlichen Situation wie dieser ist es jedoch unvermeidlich, dass einige Fehler gemacht werden." dpa/Francisco Seco/AP/dpa Jean-Claude Juncker, Ex-Präsident der Europäischen Kommission, spricht sich für gemeinsame europäische Anleihen aus.

Kretschmer für "möglichst schnelle" Aufhebung der Impfprioritäten

18.32 Uhr: Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich für eine baldige Aufhebung der Prioritäten bei Corona-Schutzimpfungen ausgesprochen. "Ich wäre sehr dafür, wenn wir das jetzt möglichst schnell beenden würden", sagte er am Montag bei einer Podiumsdiskussion zum Sächsischen Apothekertag. Man habe jetzt diesen Punkt erreicht.

Möglicherweise werde das noch nicht in den nächsten zehn Tagen so weit sein, aber spätestens danach. "Wir haben jetzt in den Arztpraxen so viel Impfstoff liegen", stellte Kretschmer fest. Wenn man die Priorisierung abschaffe, gebe es bei den Impfungen einen neuen Schwung. Man müsse nun den niedergelassenen Ärzten und Betriebsärzten mehr Verantwortung übergeben. Je eher das passiere, desto schneller komme man zu höheren Impfzahlen. Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen.

Greta Thunberg spendet 100.000 Euro für bessere Impfstoffverteilung

17.33 Uhr: Die Klimaaktivistin Greta Thunberg will über ihre Stiftung 100.000 Euro spenden, damit mehr Corona-Impfstoffe für ärmere Länder gekauft werden können. Das Geld soll über die Stiftung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an die solidarische Impfinitiative Covax gehen, wie die 18-jährige Schwedin als Gast von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus an Montag bei einer Online-Pressekonferenz verkündete. "Die Welt muss mehr gegen die Tragödie der ungleichen Impfstoffverteilung tun", sagte Thunberg. "Wie in der Klimakrise müssen wir denen zuerst helfen, die am stärksten gefährdet sind." Nach WHO-Angaben hat in vielen reicheren Ländern schon jeder vierte Einwohner eine erste Impfdosis erhalten. In Ländern mit niedrigen Einkommen sei es erst jeder 500ste.

dpa/Virginia Mayo/AP/dpa Greta Thunberg wird vermutlich nicht an der UN-Klimakonferenz im November teilnehmen  

NRW will Impfstoff von Johnson & Johnson zuerst Obdachlosen anbieten

16.09 Uhr: Den vorerst noch nicht ausgelieferten Impfstoff von Johnson & Johnson will das NRW-Gesundheitsministerium zuerst für Impfangebote in der Wohn- und Obdachlosenhilfe einsetzen. "Hier bestehen die größten Unsicherheiten, die Zweitimpfungen nach sechs beziehungsweise zwölf Wochen sicherzustellen", heißt es in einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen an den Gesundheitsausschuss. Konkret wurde bei Johnson & Johnson nach einer besonderen Strategie gefragt, da hier offenkundig eine Impfung ausreichend sei. Bild: dpa Der Impfstoffhersteller Johnson&Johnson hat seine Lieferungen gestoppt.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson wäre der vierte, der im Kampf gegen Corona in Deutschland auf den Markt kommt – nach denen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte vor rund einer Woche mitgeteilt, dass er den Marktstart seines Impfstoffs in Europa verzögert.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hält den Auslieferungsstopp des Unternehmens nach Meldungen über Thrombose-Fälle für eine "nachvollziehbare Maßnahme". Es habe alarmierend gewirkt, dass das Problem eine sehr große Ähnlichkeit mit dem Problem habe, das im Zusammenhang mit dem Astrazeneca-Impfstoff aufgetreten sei, sagte er am Montag dem Bayerischen Rundfunk.

Betriebsärzte sollen ab Juni in Corona-Impfungen einsteigen

15.39 Uhr: In die Corona-Impfungen sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ab Juni auch Betriebsärzte einsteigen. "Wie angekündigt, gewinnt die Impfkampagne im zweiten Quartal deutlich an Geschwindigkeit", sagte der CDU-Politiker am Montag mit Blick auf aktuellen Lieferzusagen der Hersteller Biontech und Moderna.

Dazu würden noch Dosen von Astrazeneca und Johnson & Johnson kommen. "Damit erhalten Arztpraxen und Länder mehr Planungssicherheit für Mai und Juni. Und das ermöglicht uns, bereits im Juni auch die Betriebsärzte in die Impfkampagne zu integrieren." Bernd von Jutrczenka/dpa Jens Spahn (CDU) kommt zur Eröffnung von einem Schnelltest-Zentrum eines dm-Drogeriemarktes in Berlin.

 

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