Gesundheit

Blutdruck senken: Welcher Sport hilft am meisten? – Heilpraxis

Bluthochdruck mit Bewegung vorbeugen und behandeln

Sport kann den Blutdruck senken, das ist allgemein bekannt. Europäische Kardiologie-Fachleute überprüften nun, welche Sportarten sich am besten eignen, um Bluthochdruck zu behandeln oder vorzubeugen. Dabei zeigte sich, dass der Ausgangsblutdruck der jeweiligen Person ausschlaggebend dafür ist, von welcher Art der Bewegung am meisten profitiert wird.

Forschende der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) veröffentlichen Empfehlungen für die Senkung des Blutdrucks durch Bewegung. Welche Sportarten hierfür am besten geeignet sind, zeigten die Herz-Fachleute kürzlich im „European Journal of Preventive Cardiology“.

Personalisierte Bewegungsempfehlung gegen Bluthochdruck

Laut der ESC wird jeder vierte Herzinfarkt durch Bluthochdruck verursacht. Die Expertinnen und Experten schätzen, dass im Jahr 2025 rund 60 Prozent der Weltbevölkerung an Hypertonie leiden werden. Obwohl allgemein bekannt sowie anerkannt ist, dass Bewegung den Blutdruck senkt, konzentrierten sich bisherige Empfehlungen auf die Menge an Bewegung pro Woche, ohne den Ausgangsblutdruck der jeweiligen Person zu berücksichtigen.

Die ESC-Arbeitsgruppe stellte nun auf Grundlage der hochwertigsten Evidenz zu dem Thema detaillierte Empfehlungen zur Senkung des Blutdrucks zusammen. Dabei unterscheiden sich die Empfehlungen für Menschen, die bereits unter Hypertonie leiden von denen, die einen hohen oder normalen Blutdruck haben.

Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall senken

„Das Ziel der Empfehlungen für alle drei Gruppen ist in erster Linie die Senkung des Blutdrucks“, unterstreicht Studienerstautor Professor Henner Hanssen von der Universität Basel (Schweiz). Letztlich könne durch eine Blutdrucksenkung das Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfall sowie für einen Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert werden. Gleichzeitig erhöhe sich die Chance für mehr Lebensjahre mit guter Gesundheit.

Empfehlungen für Menschen mit Hypertonie

Für Menschen mit Bluthochdruck, also einem Blutdruck von mindestens 140/90 mmHg ist laut der ESC-Empfehlung aerobes Training die effektivste Methode. Dazu gehören Aktivitäten wie Gehen, Laufen, Radfahren oder Schwimmen. „Bei Menschen mit Bluthochdruck ist die Blutdrucksenkung, die mit aerobem Training erreicht werden kann, die gleiche oder sogar etwas mehr als durch die Einnahme eines einzelnen blutdrucksenkenden Medikaments“, betont Professor Hanssen.

Empfehlungen für Menschen mit erhöhtem Blutdruck

Bei Menschen mit erhöhtem Blutdruck, der zwischen 130 und 139/85 und 89 mmHg liegt, sei dynamisches Widerstandstraining der effektivste Weg. Dies könne durch Krafttraining umgesetzt werden, welches typischerweise mindestens sechs große Muskelgruppen umfasst. Beispiele hierfür seien das Heben von Gewichten sowie das Durchführen von Kniebeugen und Liegestützen.

Empfehlungen für Menschen mit normalem Blutdruck

Menschen mit normalem Blutdruck, also weniger als 130/84 mmHg, profitieren den ESC-Empfehlungen zufolge am meisten von isometrischem Widerstandstraining zur Verbesserung der Tiefenmuskulatur. Dabei werden Muskeln angespannt und in einer bestimmten Position über längere Zeit gehalten.

Wer hat das höchste Risiko für Bluthochdruck?

„Übergewichtige Personen haben ein hohes Risiko, einen hohen Blutdruck zu entwickeln, wenn die Fettleibigkeit über Jahre hinweg anhält“, erklärt Professor Hanssen. Gesunde Personen, die Elternteile mit Bluthochdruck haben, seien ebenfalls gefährdet, einen hohen Blutdruck zu entwickeln. Frauen die während der Schwangerschaft einen hohen Blutdruck aufwiesen, hätten auch ein allgemein erhöhtes Risiko für Hypertonie.

Wie oft sollte trainiert werden?

„Menschen in diesen Gruppen können Bluthochdruck durch körperliche Aktivität hinauszögern oder sogar verhindern“, rät Hanssen. Er weist darauf hin, dass körperliche Aktivität regelmäßig durchgeführt werden sollte, um von den Vorteilen zu profitieren. Bei den meisten Übungen halte die blutdrucksenkende Wirkung etwa 24 Stunden an – ähnlich wie bei Medikamenten. Also sei es am besten, möglichst jeden Tag aktiv zu sein. (vb)

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