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COVID-19: Vorerkrankungen verdreifachen Risiko eines vorzeitigen Todes – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Tod durch Vorerkrankungen bei COVID-19?

Bestimmte Erkrankungen können das Risiko an den Folgen von COVID-19 zu versterben stark erhöhen und teilweise sogar verdreifachen. Diese Erkenntnis könnte dem öffentlichen Gesundheitswesens helfen, die Versorgung von erkrankten Menschen zu verbessern und Interventionen zu entwickeln, welche auf genau diese Hochrisikogruppen abzielen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, kongestive Herzinsuffizienz, chronische Nierenerkrankungen, Schlaganfall und Krebs erhöhen das Risiko an dem COVID-19 verursachenden Virus zu versterben, so das Ergebnis der neuen Untersuchung unter Beteiligung von Forschenden des Penn State College of Medicine. Veröffentlicht wurde die Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „PLOS ONE“.

In einer systematischen Durchsicht und Meta-Analyse von Studien, welche von Dezember 2019 bis Anfang Juli 2020 veröffentlicht wurden, untersuchten die Forschenden, inwiefern chronische Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko tödlicher COVID-19-Verläufe zusammenhängen.

Daten von mehr als 65.000 Menschen wurden ausgewertet

Für die Studie wurden die Daten aus 25 Studien weltweit mit mehr als 65.000 Menschen in einem durchschnittlichen Alter von 61 Jahren ausgewertet. Bei der Untersuchung stellte sich beispielsweise heraus, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen das Risiko an COVID-19 zu versterben, verdoppeln. Die Forschungsgruppe stellte außerdem fest, dass andere Vorerkrankungen das Risiko an COVID-19 zu versterben, um das Anderthalb- bis Dreifache erhöhen können.

Bestimmte Vorerkankungen sind weitverbreitet

Die Studie deutet darauf hin, dass die oben genannten chronischen Erkrankungen nicht nur bei Personen mit COVID-19 häufig auftreten, sondern dass ihr Vorhandensein auch ein Warnzeichen für ein höheres Sterberisiko ist.

Elf Erkrankungen wurden genau untersucht

Das Team untersuchte elf Erkrankungen, die ein Risiko für schwere Erkrankungen und tödliche COVID-19-Verläufe darstellen, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Krebs, chronische Nierenerkrankung, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Schlaganfall, kongestive Herzinsuffizienz, Asthma, chronische Lebererkrankungen und HIV/AIDS.

Wie stark war das Risiko erhöht?

Im Vergleich zu hospitalisierten Menschen mit COVID-19 ohne Vorerkrankungen versterben Menschen mit Diabetes und Krebs mit 1,5-mal höherer Wahrscheinlichkeit, berichten die Forschenden. Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und kongestiver Herzinsuffizienz versterben mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit und Menschen mit chronischer Nierenerkrankung sterben mit dreimal höherer Wahrscheinlichkeit an COVID-19.

Ergebnisse haben Potenzial für weitere Forschungsarbeiten

„Obwohl das Gesundheitswesen anekdotische Informationen über den Einfluss dieser Risikofaktoren auf die COVID-19-Mortalität in Umlauf gebracht hat, ist unsere systematische Übersicht und Metaanalyse die bisher umfassendste, die versucht, das Risiko zu quantifizieren”, berichtet Studienautor Vernon Chinchilli vom Penn State College of Medicine in einer Pressemitteilung.

Schwächen früherer Untersuchungen

Die Forschenden erklärten, dass frühere Studien, welche den Zusammenhang zwischen bestehenden chronischen Vorerkrankungen und der COVID-19-Mortalität untersuchten, in Bezug auf die Anzahl der einbezogenen Länder, die Anzahl der einbezogenen Studien und die Anzahl der untersuchten Erkrankungen Einschränkungen aufwiesen.

Bessere Verständnis durch weitere Forschung

Auch wenn zusätzliche Forschungsarbeiten für eine besseres Verständnis erforderlich sind, kommen die Forschenden zu dem Schluss, dass die neuen Erkenntnisse schon jetzt in globale Präventions- und Behandlungsstrategien einfließen sollten. (as)

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