Gesundheit

Funktionieren Schnelltests bei Omikron? So findest du heraus, ob deiner gut ist

Bin ich mit Omikron infiziert? Entdecken das die gängigen Antigentests überhaupt? Das fragen sich viele Menschen. Auch Karl Lauterbach forderte eine Positivliste der Produkte, die Omikron gut erkennen. Bis diese vorliegt, erklärt FOCUS Online, wie Sie die besten Tests finden.

Wer Husten, Schnupfen, Halsweh oder andere Erkältungssymptome hat, sollte einen Schnelltest machen. Denn es könnte auch eine Infektion mit Omikron sein. Aber erkennen die Antigentests für Zuhause die Corona-Variante zuverlässig?

Immer wieder gab es schon vorher Kritik an den Schnelltests. Denn sie haben im Vergleich zu PCR-Tests natürlich ihre Einschränkungen, weil sie weniger empfindlich reagieren.

Die meisten Schnelltests erkennen Omikron

Dennoch sind die Selbsttests in der aktuellen Lage keineswegs nutzlos. „Es gibt jetzt viele Einzelfallberichte und Preprints, dass die meisten Antigentests Omikron erkennen können“, erklärte die Virologin Sandra Ciesek im NDR-Podcast. „Das heißt, dass die Mutationen im Genom von Omikron nicht dazu führen, dass die Infektion prinzipiell nicht mehr erkannt wird.“

Was aber nicht klar sei, sei die Sensitivität. Das heißt, ob vielleicht Omikron schlechter erkannt werde als Delta. Hierzu gäbe es widersprüchliche wissenschaftliche Untersuchungen. Darum sei es entscheidend, was wir aktuell in der wahren Welt beobachten: Dass die Tests funktionieren, zeige sich im Moment, weil viele Menschen ihre Infektionen entdecken und gerade in den Schulen durch die Reihentestungen die Zahlen ansteigen. Ciesek resümierte: „Was dafür spricht, dass das eigentlich ganz zufriedenstellend funktioniert.“

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Sensitivität bei Omikron etwas reduziert

Die Schweizer Virologin Isabella Eckerle teilte gerade ein Update ihrer Studie mit acht verschiedenen Schnelltests, bei denen sie ihre Sensitivität hinsichtlich der Omikron-Variante prüfte. Diese ist zwar noch nicht wissenschaftlich begutachtet, liefert aber erste Hinweise.

Ihre Schlüsselaussagen:

  • Schnelltests erkennen Omikron immer noch.
  • Es zeigen sich Unterschiede zwischen den Tests.
  • Im Vergleich zu anderen Varianten wird Omikron aus dem Labor mit der niedrigsten Sensitivität erkannt.
  • In den klinischen Proben zeigen einige Tests eine vergleichbare Sensitivität für Delta und Omikron, manche eine reduzierte.

In einem Teil der Studie untersuchten Eckerle und ihr Team folgende Antigentests:

Auf der Liste finden sich alle drei Antigentests, die auch die Weltgesundheitsorganisation aufführt (WHO Emergency Use Listing, WHO-EUL), andere seien noch auf der Warteliste, wie die Studienautoren schreiben.

Das Produkt von Flowflex habe den Forschenden zufolge in ihrer Untersuchung, wie auch in vorhergehenden, am besten abgeschnitten – was die Sensitivität bezüglich der Varianten, einschließlich Omikron, angeht.

Positivliste für Antigentests soll Ende Februar kommen

Diese Schnelltests sind ohnehin nur ein Ausschnitt aller Tests, die derzeit verfügbar sind. Damit die Menschen in Deutschland sich unter hunderten Produkten besser zurechtfinden, hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach bereits eine Positivliste vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) verlangt. Die Experten dort bewerten, wie zuverlässig die beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelisteten Sars-CoV-2-Antigenschnelltests in der Praxis sind. Die Prüfung werde einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es. Das Institut verkündete am Freitag, Ende Februar erste Erkenntnisse vorstellen zu wollen.

Dafür, dass die Prüfung auf Seiten des PEI noch dauert, hat Virologin Sandra Ciesek durchaus Verständnis. Denn die Tests der Tests seien im Labor sehr aufwändig, wie sie im NDR-Podcast erläuterte. Gemeinsam mit ihrem Team hatte sie kurz nachdem Omikron im November auftauchte, solche Untersuchungen durchgeführt. Sie teilte damals in einem Twitter-Beitrag drei Tests, die die Infektion mit Omikron verlässlich anzeigen sollen. FOCUS Online/Wochit „Bei Infizierten ohne Symptome sind Schnelltests so zuverlässig wie ein Münzwurf“

Das betonte der Infektiologe Christoph Spinner im FOCUS-Online-Talk: „Antigentests wurden nicht dafür entwickelt, um eine Infektion auszuschließen. Setzt man diese Tests bei Menschen ohne Symptome und Risiko ein, dann sinkt ihre Empfindlichkeit auf bis zu 50 Prozent.“

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Genau auf diesen Punkt ging auch Sandra Ciesek ein. Die Virologin erklärte, dass die Selbsttests vor allem dann sinnvoll seien, wenn sie regelmäßig durchgeführt würden – so wie das derzeit etwa in Schulen und Kitas gemacht werde. Auf diese Weise besteht die Chance das richtige Fenster mit einer hohen Virenlast (einem CT-Wert von 25 und darunter) zu erwischen. Denn dieses scheint im Vergleich zu Delta insgesamt kürzer auszufallen. Zudem liegt die Virenlast mit Omikron generell niedriger.

So zuverlässig erkennen Antigentests Omikron

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) verweist in seiner Online-Übersicht daher darauf, dass Antigentests nicht zur sicheren Diagnose einer Corona-Infektion entwickelt worden seien, sondern um Menschen mit einer sehr hohen Viruslast schnell und einfach zu identifizieren. Eine Infektion, auch mit der Omikron-Variante, könnten die Tests nur entdecken, wenn zum Testzeitpunkt eine hohe Viruslast bestehe.

Aber: Grundsätzlich kann der Großteil der in Deutschland angebotenen Corona-Schnelltests laut PEI die Omikron-Variante erkennen. Der Präsident des Instituts, Klaus Cichutek, sagte zuletzt im ZDF-„Morgenmagazin“, dass das Institut mittlerweile mehr als 250 Test-Produkte auf ein höheres Level an Sensitivität bewertet habe und mindestens 80 Prozent dieses Niveau auch schafften.

So sollten Sie sich bei positivem und negativem Schnelltest verhalten

Was heißt das nun für den Einzelnen? „Wenn Sie jetzt einen Test machen, weil Sie den Verdacht haben, und der ist positiv, haben Sie sehr hohe Chancen, dass der richtig positiv ist und dass Sie eine Infektion haben“, führte Ciesek aus. Dann müssen Sie sich entsprechend verhalten.

Ein Negativtest hingegen ist kein Freifahrtschein, speziell nach Kontakt mit Infizierten oder bei Symptomen. „Wenn der Test negativ ist, obwohl Sie den Verdacht haben, dann sollten Sie sich weiter testen und trotzdem so verhalten, als wäre er positiv“, empfiehlt die Virologin. Sie sollten vorsichtig sein und Kontakte meiden, vor allen Dingen mit Menschen, die vielleicht keinen Impfschutz haben, wie ganz kleine Kinder oder aber ältere und vorerkrankte Personen.

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