Gesundheit

Gefahr aus dem Boden: Kaum jemand kennt die zweithäufigste Ursache von Lungenkrebs

Nach Rauchen stellt das radioaktive Gas Radon den zweitgrößten Risikofaktor für Lungenkrebs dar. Es kann überall in deutschen Haushalten vorkommen, da es in verschiedenen Konzentrationen in der Erde enthalten ist. FOCUS Online erklärt, was das Gas bewirkt, wo es besonders häufig vorkommt und wie Sie sich schützen.

Das Gesundheitsrisiko durch das radioaktive Gas Radon in Wohnungen ist aus Sicht des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) in Deutschland nicht ausreichend bekannt.

"Radon ist ein ernstzunehmendes Risiko für die Gesundheit, denn nach dem Rauchen ist Radon die zweithäufigste Ursache von Lungenkrebs", sagte die Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) Inge Paulini. Viele Menschen wüssten das gar nicht.

Radon: Nicht zu sehen, zu riechen oder zu schmecken

Radon entsteht im Erdreich, wenn Uran und Radium zerfallen, und kann von dort auch in Innenräume gelangen – zum Beispiel dann, wenn Gebäude nicht richtig dicht sind. Es ist nicht zu sehen, zu riechen oder zu schmecken. Radon verursacht dem BfS zufolge rund fünf Prozent aller Todesfälle durch Lungenkrebs in Deutschland.

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) ermittelte das BfS vor einigen Jahren die durchschnittlichen Radonwerte in der Außenluft in ganz Deutschland. Die höchsten Werte erreichte der Süden Deutschlands: Hier betrug die Konzentration stellenweise bis zu 31 Becquerel pro Kubikmeter. In Richtung Nord, Nordwesten flaute die Konzentration langsam ab, bis sie entlang der Nordsee Minimalwerte von drei bis sechs Becquerel pro Kubikmeter erreichte. Wie hoch die Radonwerte in der Luft in welcher Region sind, zeigt diese Karte:

Grafik: Bundesamt für Strahlenschutz  

Etwas fleckiger erscheint die Karte, die das BfS zur Radonkonzentration in deutschen Wohnungen herausgegeben hat. Aber auch hier ist zu sehen, dass der Norden deutlich weniger betroffen ist als der Süden. Die Daten aus den 80er-Jahren bis 2005 zeigen einen deutschlandweiten Mittelwert von etwa 50 Becquerel Radon pro Kubikmeter. Teilweise habe es laut BfS aber auch Werte um die 1000 Becquerel pro Kubikmeter gegeben. Wie hoch die Werte in den jeweiligen Regionen Deutschlands sind, zeigt diese Karte: Grafik: Bundesamt für Strahlenschutz

Sehr ähnlich sieht die Karte zur Radonkonzentration im Boden aus: Grafik: Bundesamt für Strahlenschutz

So können Sie sich schützen

Ein Schwellenwert, unterhalb dessen das Gas mit Sicherheit ungefährlich ist, sei nicht bekannt. Bürgern empfiehlt die Behörde, als Gegenmaßnahme regelmäßig zu lüften und undichte Stellen in Keller und Erdgeschoss abdichten zu lassen.

Das Strahlenschutz-Amt lässt im Auftrag des Bundesumweltministeriums in zufällig ausgewählten Haushalten Radon-Messgeräte aufstellen. Bereits im Mai hatte das BfS die Bürger deswegen darum gebeten, an der Studie teilzunehmen. Wer den Wert seiner Wohnung ermitteln und freiwillig an der Studie teilnehmen möchte, kann sich auf den Seiten des BfS ebenfalls dafür anmelden.

Seit Ende 2020 müssen außerdem die Bundesländer Gebiete ausweisen, in denen in vielen Gebäuden der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter überschritten wird, sogenannte "Radonvorsorgegebiete". Dort ist dann etwa an Arbeitsplätzen im Erd- oder Kellergeschoss das Messen Pflicht.

Wann ist mein Haus/meine Wohnung besonders gefährdet?

Das Bundesamt für Strahlenschutz listet auf seiner Homepage auf, wann ein Gebäude besonders anfällig für hohe Radon-Konzentrationen in Innenräumen ist. Wenn es…

  • in einem Gebiet liegt, in denen in vielen Gebäuden eine hohe Radon-Konzentration zu erwarten ist,
  • keine durchgehende Grundplatte aus Beton aufweist,
  • vor 1960 errichtet wurde und keine moderne Feuchteisolation besitzt,
  • nicht unterkellert ist oder sich Aufenthaltsräume im Keller befinden,
  • offensichtliche Eintrittswege für Bodenluft (Spalten, Risse, Natursteingewölbe, offene Kellerböden, nicht abgedichtete Leitungsdurchführungen, Verbindungen zu unterirdischen Hohlräumen) vorhanden sind.

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