Gesundheit

Größter Abnehmer China verbietet nach Pestfall Import von deutschem Schweinefleisch

Große Sorge vor allem bei den Bauern: Schon seit längerem gibt es die Afrikanische Schweinepest im Nachbarland Polen – nun hat sich ein Verdachtsfall bestätigt. Mehrere Länder verhängen einen Einfuhrstopp für Deutsches Schweinefleisch.

Die Afrikanische Schweinepest ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Die für Menschen ungefährliche Tierseuche ist bei einem toten Wildschwein in Brandenburg bestätigt worden, wie Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Das Wildschwein war am Mittwoch in Brandenburg nur wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt gefunden worden. Eine Probe wurde für eine virologische Analyse ins Friedrich-Loeffler-Institut gebracht, das als nationales Referenzlabor Verdachtsfälle abklärt.

Schweinepest in Deutschland: China und Südkorea verhängen Importstopp

Nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest hat China einen Einfuhr-Stopp für deutsches Schweinefleisch erlassen.

Zuvor hatte Südkorea die Einfuhr von Schweinefleisch aus der Bundesrepublik gestoppt. Das Verbot gelte für Produkte, die von Donnerstag an ausgeliefert würden, teilte das südkoreanische Landwirtschaftsministerium mit. Schweinefleisch, das bereits aus Deutschland eingetroffen sei, werde vom Zoll gründlich untersucht. Auf deutsche Produkte entfielen den Angaben zufolge mehr als 420 000 Tonnen oder 18 Prozent der Schweinefleischimporte im vergangenen Jahr.

Afrikanische Schweinepest – ist sie für Menschen gefährlich?

Für Menschen ist die Schweinepest ungefährlich. Für Haus- und Wildschweine hingegen ist sie tödlich. In Polen, von dessen Grenze der nun gefundene Kadaver nur wenige Kilometer entfernt lag, gibt es schon seit einiger Zeit Fälle der Afrikanischen Schweinepest. Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/ Ein fester Schutzzaun im Kreis Spree-Neiße an der Grenze zu Polen war geplant, ist aber noch nicht gebaut. Ein mobiler Zaun steht dort bereits..

Was passiert, wenn Schweinepest bei einem Wildschwein nachgewiesen wird?

  • Gefährdeter Bezirk festgelegt, Schweine und Schweinefleisch dürfen Gebiet nicht verlassen

Für das Krisenmanagement sind die örtlichen Behörden zuständig. Wird die Schweinepest bei einem Wildschwein festgestellt, wird nach Angaben des Bundesministeriums generell ein "gefährdeter Bezirk" festgelegt und eine Pufferzone eingerichtet, die nicht von der Tierseuche betroffen ist. Hausschweine und Schweinefleisch dürfen dann aus diesen Gebieten – bis auf Ausnahmen – nicht herausgebracht werden.

  • Wenn Hausschweine betroffen sind, müssen alle Tiere getötet werden

Im Fall eines Ausbruch bei Hausschweinen müssten alle Tiere betroffener Höfe getötet werden. Zudem sind Sperrbezirke im Radius von mindestens drei Kilometern um den Betrieb und Beobachtungsgebiete im Umkreis von mindestens zehn Kilometern einzurichten.

Große Sorge bei den Bauern: Deutschland verliert Status "seuchenfrei"

Große Sorgen vor wirtschaftlichen Auswirkungen herrschen bei den Bauern. Im Fall eines Schweinepest-Nachweises bei einem Wild- oder Hausschwein würde Deutschland den Status als "seuchenfrei" verlieren, es könnten Exportstopps für Schweinefleisch ins Nicht-EU-Ausland drohen, etwa nach Asien.

Weite Verbreitung der Tierseuche vermutlich über Menschen – dringender Appell

Eine mögliche Verbreitung der Tierseuche über größere Entfernungen wird vor allem durch Menschen angenommen. Daher rufen die Behörden seit Jahren Auto- und Lkw-Fahrer aus Osteuropa auf, keine rohe Wurst außerhalb von Mülleimern wegzuwerfen, da Fleischprodukte das Virus in sich tragen und von Wildschweinen gefressen werden könnten. Das seit längerem in Osteuropa auftretende Virus war 2018 auch im Nachbarland Belgien entdeckt worden, rund 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

In Westpolen war der Schwerpunkt des Infektionsgeschehens nach Angaben der Bundesregierung im August wieder etwas in Richtung Osten von Deutschland abgerückt. Brandenburg hatte wegen der grenznahen Fälle in Polen in den beiden Landkreisen Oder-Spree und Spree-Neiße sowie in der Stadt Frankfurt (Oder) einen 120 Kilometer langen Elektroschutzzaun an der Grenze errichtet. Er soll Wildschweine aufhalten. Auch am sächsischen Grenzverlauf wurde ein Zaun gebaut.

In Brandenburg wurden nach Angaben des Landesbauernverbands vom November 2019 rund 750 000 Schweine in etwa 170 Betrieben gehalten. Von dort werden Ferkel insbesondere in andere Bundesländer und EU-Staaten exportiert. Der Landesbauernverband und der Deutsche Jagdverband hatten nach den Fällen in Polen zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Landwirte ergriffen strenge Sicherheitsmaßnahmen.

 

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