Gesundheit

Krebspatienten profitieren nicht von CBD-Öl

Mit Cannabidiol-(CBD)-Öl ging es Patienten in einer placebokontrollierten Studie mit fortge­schrittenem Krebs subjektiv besser. Diese Effekte traten jedoch ebenso unter Placebo auf. 

Cannabidiol wird eine anxiolytische, antipsychotische, entzündungshemmende, neuroprotektive Wirkung und vieles mehr nachgesagt – trotz dünner Datenlage. Forscher untersuchten nun in einer doppelblinden, randomisierten Phase-IIb-Studie, ob CBD die Symptome bei fortgeschrittenem Krebs lindert. Hierfür erhielten Patienten entweder CBD-Öl mit 100 mg/ml (58 Teilnehmer) oder ein Placebo (63 Teilnehmer). Sie konnten die Dosis im Verlauf von einmal täglich 0,5 ml bis zu dreimal täglich 2 ml steigern. Alle Patienten wurden palliativ betreut.

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Als primärer Endpunkt diente dabei nach zwei Wochen der sogenannte ESAS-TSDS-Score. Dieser Symptom-Score ist validiert und umfasst körperliche und emotionale Symptome, wie etwa Schmerz, Müdigkeit, Übelkeit, Kurzatmigkeit, Appetit, Angst und Depression.

Tatsächlich besserten sich zwar alle Symptome über die Zeit, und die meisten Patienten fühlten sich nach eigenen Angaben besser oder sogar viel besser. Die Auswertung ernüchterte jedoch: Wissenschaftler stellten keinen Unterschied zwischen Placebo- und Verum-Arm fest, und zwar weder im Score, der die Lebensqualität abbilden soll, noch bei den einzelnen Sym­ptomen. Zusätzlich klagten Patienten unter CBD signifikant häufiger über Dyspnoe.

Somit scheint Cannabidiol-Öl alleine in der Palliativversorgung keinen Benefit zu bieten. Womöglich gelingt dies nur bei Kombinationen und Synergismus verschiedener Cannabinoide, wie etwa mit Tetrahydrocannabidiol (THC).

 

Literatur

Hardy J et al. Phase IIb Randomized, Placebo-Controlled, Dose-Escalating, Double-Blind Study of Cannabidiol Oil for the Relief of Symptoms in Advanced Cancer (MedCan1-CBD). J Clin Oncol 2022;JCO2201632, doi: 10.1200/JCO.22.01632

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