Gesundheit

Post-COVID-Syndrom: Langzeitfolgen von COVID-19-Erkrankungen – Heilpraxis

Was über die COVID-19-Langzeitfolgen bekannt ist

Viele Menschen, die sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren, zeigen kaum oder gar keine Symptome. Doch manche Infizierte entwickeln schwere Krankheitsverläufe, die nicht selten tödlich enden. Zudem klagen manche Personen noch nach Monaten über Beschwerden. Ein Experte informiert darüber, was über die COVID-19-Langzeitfolgen bekannt ist.

Es ist schon länger bekannt, dass bei der durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelösten Krankheit COVID-19 nicht nur die Lunge, sondern auch mehrere weitere Organe betroffen sein können. Zudem gibt es immer mehr Wissen darüber, wie die Langzeitfolgen nach einer überstandenen Erkrankung aussehen. Ein Experte erklärt, was bislang über das sogenannte Post-COVID-Syndrom bekannt ist.

Beschwerden nach überstandener Erkrankung

Prof. Dr. Tobias Welte, Pneumologe und kommissarischer Vizepräsident der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), klärt in einer Mitteilung über den Stand in Sachen Langzeitfolgen von COVID-19-Erkrankungen auf.

Laut dem Mediziner gibt es in der Post-COVID-19-Ambulanz der MHH zahlreiche Menschen, die nach einer überstandenen Erkrankung unter Beschwerden leiden.

Doch dabei muss unterschieden werden. Zum einen handelt es sich um Personen, die aufgrund einer schweren COVID-19-Erkrankung im Krankenhaus auf der Intensivstation behandelt worden sind. Diese Patientinnen und Patienten verlassen die Klinik nicht beschwerdefrei, da sie zu Teil wochenlang beatmet werden mussten.

Allerdings gibt es auch Patientinnen und Patienten, die nur leicht erkrankt waren, und die sich danach mit Beschwerden in der COVID-Ambulanz melden.

Auch die Beschwerden lassen sich unterteilen. Zum einen wird über Luftnot geklagt. Bei diesen Patientinnen und Patienten stellen die Ärztinnen und Ärzte der MHH fest, dass sie Veränderungen an Lunge, oder auch am Herzen aufweisen. Beispielsweise hat sich die Pumpleistung des Herzmuskels oder der Herzrhythmus verändert. Das sind laut Prof. Welte jedoch die wenigsten Fälle.

Außerdem können Betroffene mit chronischen Erkrankungen – vor allem der Niere und der Leber – eine bleibende Verschlechterung erleiden. Viel mehr Patientinnen und Patienten haben allerdings das sogenannte Fatigue-Syndrom, eine Art Mattigkeits-Syndrom, das sich in Abgeschlagenheit, Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen, Leistungseinschränkungen und Antriebslosigkeit äußert.

Beschwerden werden im Verlauf weniger

Doch wie können diese Beschwerden behandelt werden? „Die organischen Erkrankungen etwa an Lunge und Herz können gut speziell therapiert werden. Für die neurologischen Symptome – das Fatigue-Syndrom und auch Verlust des Geschmacks- und Geruchssinn – gibt es keine spezielle Therapie“, erläutert Prof. Welte.

Den Angaben zufolge wird an der MHH versucht, Betroffenen je nach Art der Beschwerden gezielt mit Physiotherapie, Atemtherapie und neurokognitivem Training zu helfen. „Bei Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns ist wiederum ein Training auch dieser Sinne möglich“, so der Mediziner.

In der Post-COVID-Ambulanz werden die Betroffenen regelmäßig über Wochen und Monate vorstellig und dabei beobachten die Ärztinnen und Ärzte ganz deutlich, dass die Beschwerden im Verlauf weniger werden und es den Menschen immer besser geht.

Zwei bis drei Prozent der Erkrankten sind betroffen

Und wie viele Menschen leiden unter Langzeitfolgen? „Grob geschätzt tritt bei zwei bis drei Prozent der COVID-19-Erkrankten ein ausgeprägtes Post-COVID-Syndrom auf. Vermutlich wird es weit mehr Menschen geben, die nach der Erkrankung leichte Einschränkungen haben. Aber diese melden sich nicht, weil sie im Alltag nicht darunter leiden“, erklärt Prof. Welte.

Dem Experten zufolge kann grundsätzlich jede einmal erkrankte Person solche Langzeitfolgen entwickeln. Wie stark dies bemerkt wird, hängt auch von der ursprünglichen körperlichen Verfassung und Fitness vor der Erkrankung ab.

So können etwa Menschen, die Leistungssport betreiben, selbst eine geringe Einschränkung ihrer Fitness sehr schnell und deutlich merken. Personen, die eher bewegungsarm im Alltag sind, bemerken die Folgen nicht so schnell. Laut Prof. Welte könnte das der Grund dafür sein, dass vor allem jüngere, fitte Menschen eher leiden, obwohl sie nicht öfter erkranken. (ad)

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