Gesundheit

Rückschlag wegen der Corona-Pandemie: WHO warnt vor mehr Malaria-Toten

Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Bekämpfung von Malaria ins Stocken geraten. Davor warnte nun die Weltgesundheitsorganisation WHO. "Covid-19 droht unsere Bemühungen zu behindern, Malaria zu besiegen", erklärte Matshidiso Moeti, WHO-Regionaldirektorin für Afrika. Werde der Zugang zu Behandlungsmöglichkeiten in Subsahara-Afrika nur um zehn Prozent eingeschränkt, könne dies zu 19.000 zusätzlichen Todesfällen führen, heißt es in dem am Montag in Genf veröffentlichten WHO-Malariabericht.

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Im vergangenen Jahr starben WHO-Schätzungen zufolge weltweit 409.000 Menschen an der Tropenkrankheit. Die meisten Malaria-Programme seien zwar während der Coronavirus-Pandemie fortgesetzt worden, heißt es in dem Bericht. Die internationale Staatengemeinschaft müsse jedoch "mehr tun, um die Ressourcen für eine Ausweitung der Malaria-Programme sicherzustellen", forderte Moeti.

WHO: Reduzierte Ressourcen sind „erhebliche Bedrohung“

In den vergangenen Jahren sind die Fortschritte bei der Bekämpfung von Malaria laut dem WHO-Bericht ins Stocken geraten. 2019 gab es Schätzungen zufolge weltweit 229 Millionen Fälle der durch Stechmücken übertragenen Krankheit. Die einst rapide sinkende Zahl der Todesopfer stagnierte in den vergangenen zwei Jahren. 

Von den für 2019 angestrebten 5,6 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) zur Bekämpfung der Krankheit wurden laut WHO nur drei Milliarden Dollar aufgebracht. Dies stelle eine "erhebliche Bedrohung" dar, warnte die WHO.

Der afrikanische Kontinent ist besonders stark von der Krankheit betroffen. Im vergangenen Jahr starben dort schätzungsweise 384.000 Menschen an der Tropenkrankheit. Fast die Hälfte aller Malaria-Fälle weltweit entfiel auf vier Länder: Nigeria (27 Prozent), die Demokratische Republik Kongo (12 Prozent), Uganda (fünf Prozent) und Mosambik (vier Prozent).

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