Gesundheit

Studie: Schützt Glucosamin Herz und Gefäße?

Während der Nutzen von Glucosamin bei Arthrose noch umstrittenist, haben Forscher eine erfreuliche „Nebenwirkung“ der Supplemente entdeckt: DieErgebnisse einer Kohortenstudie mit über 400.000 Datensätzen zeigten, dass dieEinnahme von Glucosamin mit einem geringeren Risiko für kardiovaskuläreEreignisse assoziiert war. Über einen kausalen Zusammenhang lässt sich derzeitnur spekulieren. Um zu beurteilen, ob sich die Supplemente zur Kardiopräventioneignen, dafür wären weitere Studien erforderlich.

Nahrungsergänzungsmittel mit Glucosamin sollen Arthrosebeschwerdenlindern. Ob die Supplemente tatsächlich die Gelenke schmieren, darüber streitetdie Wissenschaft. Doch das Glykosaminglykan kann offenbar noch mehr: Einer prospektivenKohortenstudie zufolge, deren Ergebnisse vor kurzem im British Medical Journal(BMJ) veröffentlicht wurden, könnten die Arthrose-Supplemente das Risikokardiovaskulärer Erkrankungen senken.

Mehr als 400.000 Datensätze

Dazu wertete das internationale Forscherteam unter Leitung derTulane Universität New Orleans Daten der UK-Biobank von 466.039 Personen aus,die zu Studienbeginn keine Herz-Kreislauferkrankungen aufwiesen. Die Teilnehmerwurden durchschnittlich über sieben Jahre beobachtet. Die Wissenschaftlererfassten dabei unter anderem, welche Nahrungsergänzungsmittel eingenommenwurden. Als Endpunkte werteten die Forscher aus, wie viele Teilnehmer imStudienverlauf eine koronare Herzkrankheit entwickelten, einen Schlaganfallerlitten oder aufgrund von kardiovaskulären Ursachen verstarben.

19,3Prozent der Teilnehmer hatten Glucosaminpräparate eingenommen. Genauere Angabenzur Dosierung nennt die Publikation allerdings nicht. Die Glucosaminverwender warenzu 64 Prozent weiblich und zeichneten sich im Vergleich zur Gesamtpopulation durcheinen höheren Nichtraucher- und Diabetesanteil aus. Außerdem wiesen dieTeilnehmer der Glucosamingruppe höhere Blutdruck- und Cholesterinwerte auf undnahmen mehr Vitaminpräparate und NSAR (außer ASS) ein. Die beiden Gruppenwiesen jeweils ähnliche genetische Risikoscores für KHK und Schlaganfall auf,die über die Datensätze der UK-Biobank zuvor validiert wurden.

Kardiovaskuläres Risiko um 15 Prozent gesenkt

Bei den Glucosaminverwendern war das adjustierte Risiko für kardiovaskuläreEreignisse um 15 Prozent vermindert. Im Einzelnen war in der Glucosamingruppe dasRisiko für Schlaganfälle um 9, für koronare Herzkrankheit um 18 und für denkardiovaskulären Tod um 22 Prozent verringert.

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