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Corona

In Deutschland sind laut Robert Koch-Institut aktuell gut 65 Prozent der Deutschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Wie lange und wie gut die Impfungen schützen, ist noch unklar. Eines aber steht fest:

Julia Merlot, DER SPIEGEL:
»Der Schutz vor schwerer Krankheit, also Hospitalisierung oder Aufenthalt auf Intensivstationen oder eben auch Tod, ist sehr, sehr gut. Der liegt immer noch bei 90 Prozent oder sogar drüber in Deutschland laut den aktuellen Daten. Beim Schutz vor Infektionen bemerkt man aber, dass die Zahl der Antikörper mit der Zeit doch sinkt und man nicht mehr so gut vor einer Ansteckung geschützt ist – immer noch besser als ein Ungeimpfter, aber nicht mehr ganz so gut.
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Macht es deswegen Sinn, einen Antikörpertest zu machen?

Julia Merlot, DER SPIEGEL:
»Empfohlen wird es bislang wirklich nur für Menschen, deren Immunsystem nicht mehr gut funktioniert. Also zum Beispiel Menschen nach Organtransplantation, wo zu befürchten ist, dass die Impfung im Grunde gar keine oder eine wirklich sehr schlechte Wirkung haben könnte. Und da kann man messen und dann sehen: Wenn die Titer wirklich sehr, sehr, sehr gering sind, hat man den Hinweis, dass die Menschen womöglich nicht so gut geschützt sind.

Wie ist der Anstieg der geimpften Patienten auf den Intensivstationen zu bewerten?

Julia Merlot, DER SPIEGEL:
»Mal angenommen, wir hätten nur noch Geimpfte in der Bevölkerung, dann wäre die Zahl der Geimpften auf Intensiv 100 Prozent. Alle Leute auf Intensiv wären geimpft, weil der Impfstoff zwar zu über 90 Prozent vor einer schweren Erkrankung schützt, aber eben nicht zu 100 Prozent. Also eine kleine Zahl von Menschen, die trotzdem erkranken, gibt es und die liegen dann eben auf Intensiv. Und deshalb steigen jetzt mit steigender Impfquote steigt auch die Zahl der Menschen, die trotz Impfung auf Intensivstationen landet. Man muss sich gleichzeitig aber auch noch angucken: Was sind das für Menschen? Da sind wir nämlich wieder bei sehr Alten, wo die Impfung eben oft nicht so gut wirkt wie bei jüngeren Gesunden. Und man ist bei Menschen, die vorerkrankt sind.«

Welche Impfstoff-Kombination ist die beste?

Julia Merlot, DER SPIEGEL:
»Man hat jetzt gesehen: Die allerhöchsten Antikörper-Werte hat man nach einer Kreuzimpfung, also wenn man zuerst einen Vektor-Impfstoff bekommen hat und dann mRNA draufimpft. Es ist jetzt aber nicht so, dass die Wirksamkeit bei einer homologen Impffolge, also wenn ich zwei gleiche Impfstoffe bekomme, so schlecht ist, dass man das nicht mehr empfehlen würde.«

Wer bekommt eine Drittimpfung?

Julia Merlot, DER SPIEGEL:
»Die ständige Impfkommission empfiehlt sie bislang Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Das war die allererste Empfehlung. Und jetzt hat sie nachgeschoben, dass auch Menschen ab 70 Jahren eine dritte Impfung bekommen sollen, genauso wie Menschen in Pflegeheimen und auch Leute, die diese Menschen betreuen. Johnson & Johnson ist eine Ausnahme, weil der eben nur in einer Dosis verimpft wird. Und das hat sich auch bei allen anderen Impfstoffen gezeigt, dass gegen die viel ansteckendere Delta-Variante nach einer Impfung der Schutz noch nicht so groß ist. Und das ist bei Johnson & Johnson tatsächlich so. Deshalb wird den Leuten, die Johnson & Johnson bekommen haben, inzwischen auch empfohlen, noch eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff hinterher zu schieben.«

Wird es irgendwann eine Drittimpfung für alle geben?

Julia Merlot, DER SPIEGEL:
»Es gibt eine Idee, dass man womöglich standardmäßig nach einem Jahr nochmal eine dritte Impfung impft, weil man das auch von anderen Impfstoffen kennt, dass ein Boost nach einem Jahr noch einmal eine Verstärkung des Schutzes liefert. Man würde aber zum aktuellen Zeitpunkt nicht unbedingt davon ausgehen, dass die gesamte Bevölkerung immer und immer wieder geimpft wird. Eigentlich wollen wir genau weg davon. Wir wollen, dass das Virus endemisch wird. Und die wahrscheinlichere Variante ist, dass wir dann die Risikogruppen regelmäßig neu impfen. In der jüngeren Bevölkerung belässt man es bei dem Grundschutz. Und das Virus wird dann eben auf geringem Level dort zirkulieren, ohne dass es zu schweren Erkrankungen kommt. Voraussetzung ist natürlich, dass wir keine Variante bekommen, die zu Problemen führt.«













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