Persönliche Gesundheit

Corona und der Personalmangel in Krankenhäusern: "Es wird düster"

Bei der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr herrschte auf meiner Intensivstation beinahe Euphorie – trotz aller Probleme und Unsicherheiten, die das damals noch komplett unbekannte Coronavirus ausgelöst hatte. Wir waren entschlossen, die Krise zu stemmen. Wir haben Stationen umstrukturiert, Ressourcen mobilisiert und gemeinsam angepackt. Jetzt, ein halbes Jahr später, ist die Stimmung wirklich sehr, sehr schlecht. Das höre ich von vielen Kolleg*innen.

Franziska Böhler, 32, arbeitet seit 13 Jahren als Intensivschwester in einer Klinik der Maximalversorgung in Bayern sowie zusätzlich in der Anästhesie einer Belegklinik. Sie engagiert sich seit Jahren berufspolitisch gegen den anhaltenden Personalmangel in den Kliniken.

13 Jahre lang habe ich als Intensivschwester in einer Klinik der Maximalversorgung in Bayern gearbeitet, dann hatte ich eigentlich gekündigt. Weil mein Mann ebenfalls in einer Klinik arbeitet und viele unserer Dienste auf das Wochenende fallen, konnten wir kaum gemeinsame freie Tage mit unseren zwei kleinen Kindern verbringen. Als im Frühjahr die Zahl der Corona-Infizierten stark stieg, konnte ich einfach nicht zu Hause bleiben. Mein Vertrag ließ sich schnell und unbürokratisch verlängern und ich blieb vier Wochen länger.

Tausende offene Stellen in der Pflege

Zu der Zeit, im Frühjahr, war in der Gesellschaft Anerkennung und Solidarität für das Krankenhauspersonal spürbar. Alle hatten ihr Bestes gegeben – und dann folgte bald ein Tritt in den Hintern nach dem nächsten: Dass es letztendlich keine Horrorszenarien in den Krankenhäusern gegeben hatte, verbuchten viele nicht als Erfolg, sondern nahmen es als Anlass für Häme und Verharmlosung.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen