Persönliche Gesundheit

RKI meldet 12.690 Corona-Neuinfektionen und 336 neue Todesfälle – doch die Zahlen sind trügerisch

12.690 Corona-Neuinfektionen und 336 neue Todesfälle gemeldet

Am ersten Tag des neuen Jahres haben die deutschen Gesundheitsämter 12 690 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 336 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten ist jedoch momentan schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI noch zu Nachmeldungen kommen. Vor einer Woche, also am ersten Weihnachtsfeiertag, waren 14.455 Corona-Neuinfektionen und 240 Todesfälle registriert worden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30.12.) erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen bei 141,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Freitag, dem Neujahrstag, Sachsen mit 341,2 und Thüringen mit 244,7. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 74,2.

Lauterbach hält Öffnung von Grundschulen und Kitas ab Mitte Januar für möglich

Die Kitas und Grundschulen könnten nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ab Mitte des Monats wieder öffnen. "Ich kann mir vorstellen, dass es epidemiologisch vertretbar wäre, Kitas und Grundschulen in der zweiten Januarhälfte zu öffnen", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". Voraussetzung wäre, dass alle anderen Klassenstufen geteilt würden und wechselnd Präsenz- und Digitalunterricht erhalten oder der Präsenzunterricht ganz ausgesetzt werde.

Wenn dagegen alle Schulen wieder aufmachten wie vor den Ferien, "laufen wir Gefahr, dass wir selbst den Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche trotz Lockdowns gar nicht erst erreichen werden", warnte der SPD-Politiker.

Ärztegewerkschaft fordert bundesweite Verlängerung des Lockdowns

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert angesichts der Lage in den Krankenhäusern eine Verlängerung des harten Lockdowns. Die Belastung durch die Versorgung von Covid-19-Patienten sei auch über die Feiertage weiter angestiegen, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Susanne Johna den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Kliniken hätten keine Atempause.

"Das Gesundheitssystem braucht dringend eine Entlastung, die nur durch eine Verlängerung der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung zu erreichen ist. Anders werden wir die Lage nicht in den Griff bekommen", sagte Johna. Hinzu komme, dass immer mehr Patienten auf den Intensiv- und Infektionsstationen mit immer weniger Personal versorgt werden müssten, weil sich auch Krankenhauspersonal mit dem Virus infiziere. Diese extreme Arbeitslast sei dauerhaft nicht zu schultern.

Sie wünsche sich von der Konferenz der Ministerpräsidenten am kommenden Dienstag daher eine "möglichst einheitliche Verlängerung der Kontaktbeschränkungen", sagte die Marburger-Bund-Vorsitzende. Hoffnungen auf eine rasche Entspannung der Lage wegen des Corona-Impfstarts dämpfte Johna: "Bei allem Optimismus muss uns klar sein, dass durch die Impfung zumindest in den ersten drei Monaten des neuen Jahres kaum Entlastung für das Infektionsgeschehen zu erwarten ist."

Corona-Impfung


Fasten-Experte Andreas Michalsen: "Jeder kann sich fit für eine Impfung machen"

Die Corona-News von Freitag, 1.1.2021

Ministerium erwartet 2,68 Millionen Impfdosen bis Anfang Februar

Die Bundesregierung erwartet bis Anfang Februar noch 2,68 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech. Die nächste Lieferung an die Länder sei weiterhin für den 8. Januar geplant, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag auf Twitter mit. Insgesamt sind bis einschließlich 1. Februar vier Liefertermine vorgesehen. Das entspricht den bereits bekannten Plänen, nach denen zunächst rund 670.000 Impfdosen pro Woche geliefert werden sollen. Inklusive der Lieferungen aus dem alten Jahr wären es dann insgesamt 3,98 Millionen Dosen.

Im Verlauf des Monats könnte allerdings weiterer Impfstoff vom Hersteller Moderna dazukommen. Das Ministeriums rechnet damit, dass dieser am 6. Januar zugelassen wird. "Die genauen Lieferpläne für diesen Impfstoff werden wir dann zügig mit der EU und dem Unternehmen abstimmen", hieß es am Freitag. Im Laufe des ersten Quartals seien außerdem weitere Zulassungen wahrscheinlich. 

Bundesweit wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bisher gut 165.000 Menschen mit dem Biontech-Impfstoff gegen Corona geimpft. Allerdings hinken die Meldungen an das RKi teilweise der Zahl realer Impfungen in den Bundesländern hinterher.

Promis bevorzugt geimpft? Polens Regierung will Vorfall untersuchen

Nach einer Corona-Impfaktion mit Prominenten droht der Medizinischen Universität in Warschau möglicherweise großer Ärger. Eine Kontrolle an der Uni-Klinik solle in den kommenden Tagen klären, ob es dort zu einem Regelverstoß gekommen sei, kündigte Polens Gesundheitsminister Adam Niedzielski am Freitag an. Es sei absolut inakzeptabel, wenn Corona-Impfungen nicht nach den festgelegten Regeln, sondern nach "Kriterien der Privilegierung" von Krankenhausleitern vergeben würden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, erwarte er personelle Konsequenzen, sagte Niedzielski weiter. In Polen sieht die erste Phase des Impfplans vor, dass medizinisches Personal und Rettungssanitäter geimpft werden sollen.

Am Donnerstag hatte die Warschauer Medizinische Universität bekanntgeben, von der Agentur für Materialreserven 450 zusätzliche Impfdosen erhalten zu haben. Da diese bis Ende des Jahres 2020 hätten genutzt werden müssen, habe man sich entschieden, 300 Mitarbeiter des Krankenhauses und 150 Angehörige von Mitarbeitern sowie "Patienten des Krankenhauses und seiner Niederlassungen" zu impfen, "darunter auch bekannte Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur (18 Personen)". Diese Promis hätten eingewilligt, später als Botschafter einer Impfkampagne zu fungieren. Die Sprecherin der Medizinischen Universität wollte der Agentur PAP zufolge nicht sagen, um welche Prominenten es sich genau handelte.

Nächtliche Ausgangssperre soll in Frankreich vielerorts schon um 18 Uhr beginnen

Die zur Eindämmung des Coronavirus in Frankreich geltende nächtliche Ausgangssperre soll in besonders betroffenen Gebieten bereits um 18 Uhr beginnen. Die Ausgangssperre gilt in 15 Regionen ab Samstag von 18 bis 6 Uhr und nicht erst ab 20 Uhr, wie die Regierung in Paris mitteilte. Betroffen ist beispielsweise das Department Alpes Maritimes einschließlich Nizza. Die anderen betroffenen Regionen liegen vorwiegend im Osten des Landes, Paris bleibt von der Neuregelung vorerst ausgenommen.

Robert Koch-Institut: Nun mehr als 160.000 Impfungen

Mehr als 160.000 Menschen in Deutschland wurden bislang gegen das Coronavirus geimpft. Bis Freitagmittag (Stand 12.30 Uhr) wurden insgesamt 165.575 Impfungen an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Im Vergleich zum Vortag stieg die Zahl der Geimpften um 31.846, wie aus den RKI-Angaben hervorgeht. Diese Zahl könne allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegele nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, betont das RKI.

Unter den Geimpften sind 71.590 Bewohner von Pflegeheimen. 77.253 Personen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen. Darunter fällt medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege. Insgesamt 39.214 Menschen wurden wegen ihres hohen Alters über 80 Jahre geimpft.

Rund 2500 Menschen feiern illegale Silvesterparty in Frankreich

Rund 2500 Menschen haben Donnerstagnacht auf einer illegalen Silvesterparty im Westen Frankreichs gefeiert. Die Teilnehmer stammten aus verschiedenen Regionen Frankreichs und aus dem Ausland, teilte die Präfektur des Départements Ille-et-Vilaine in der Bretagne mit. Bei der versuchten Auflösung der Party in der Stadt Lieuron südlich von Rennes kam es demnach am Donnerstagabend zu gewaltsamen Ausschreitungen. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf.

In Frankreich galt auch in der Silvesternacht eine Ausgangssperre zwischen 20.00 und 06.00 Uhr, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Als die Polizei jedoch am Donnerstag auf der Party in einer leerstehenden Lagerhalle erschien, wurde sie mit "gewalttätiger Feindseligkeit" konfrontiert, wie es in einer Mitteilung der Beamten hieß.

Berlins Gesundheitssenatorin empört über Unklarheit bei Impfstoff

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci zeigt sich empört über die anhaltende Unklarheit im Hinblick auf weitere Lieferungen von Corona-Impfstoff. "Ich erwarte jetzt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Aufklärung und endlich eine verlässlich und belastbare Auflistung des Impfstoffes, der da kommen soll", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir wissen ja noch nicht einmal, ob die jetzt für den 8. Januar angekündigte Lieferung zusätzlich oder nur vorgezogen ist", so Kalayci. "Und jetzt weiß die Firma Biontech offenbar auch nicht, was sie leisten, was sie liefern kann. So können wir die Priorisierung, die der Bund uns vorgegeben hat, nicht umsetzen."

Norwegens Flugverbot für Flieger aus Großbritannien wird aufgehoben

Norwegen hebt sein aus Sorgen vor einer mutierten Corona-Variante verhängtes Flugverbot für Passagiermaschinen aus Großbritannien auf. Direktflüge aus dem Vereinigten Königreich dürfen ab Samstag von 17 Uhr an wieder in dem skandinavischen Land landen. Die Sonderregelungen für die Quarantäne und Testung von Einreisenden aus Großbritannien werden aber weitergeführt, wie das norwegische Gesundheitsministerium mitteilte.

Wie das Ministerium kurz vor Weihnachten erklärt hatte, gelten neben der generellen zehntägigen Quarantäne nach Ankunft für Reisende aus Großbritannien mehrere zusätzliche Anforderungen: Innerhalb von 24 Stunden nach Einreise muss ein PCR-Test und frühestens an Tag sieben ein neuer Test gemacht werden. Erst wenn das Testergebnis vorliegt, darf die Quarantäne nach frühestens zehn Tagen beendet werden. Ankommende müssen sich zudem bei der jeweiligen Kommune registrieren.

Ema: Verzögerung der zweiten Dosis kann Zulassung beeinflussen

In der Diskussion um ein Aufschieben der zweiten Impfdosis zugunsten mehr möglicher Erstimpfungen dämpft die europäische Zulassungsbehörde Ema die Erwartungen. Zwar sei eine Obergrenze für den zeitlichen Abstand zwischen den Dosen nicht explizit definiert, der Nachweis der Wirksamkeit basiere aber auf einer Studie, bei der die Verabreichung der Dosen im Abstand von 19 bis 42 Tagen erfolgte, teilte die Ema der Deutschen Presse-Agentur mit.

Eine Verabreichung etwa im Abstand von sechs Monaten stehe nicht im Einklang mit den Bestimmungen und wäre demnach als Off-Label-Anwendung zu werten, hieß es weiter. Konkret bedeute dies, dass eine solche Änderung eine Änderung der Zulassung sowie mehr klinische Daten zur Unterstützung einer solchen Änderung erfordern würde, "da es zurzeit keine Daten gibt, die einen Schutz nach der ersten Dosis über zwei bis drei Wochen hinaus zeigen".

Seit einigen Tagen wird diskutiert, ob man die nötige zweite Impfdosis später verabreichen könnte, um zunächst möglichst viele Menschen mit den knappen Vorräten zu impfen. "Da der Abstand zwischen beiden Impfungen mit großer Wahrscheinlichkeit in weiten Grenzen variabel sein kann und der Schutz auch nach einer Impfung schon sehr gut ist, ist es durchaus überlegenswert, bei Impfstoffmangel zunächst bevorzugt die erste Impfung zu verabreichen", hatte Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut, gesagt. Ähnlich hatte sich der Bonner Virologe Hendrik Streeck geäußert.

Kampf gegen Covid-19


Mehr Tempo beim Impfen – Experten diskutieren über Verschiebung der zweiten Dosis

Vogtland und Kreis Meißen weiter bundesweite Corona-Hotspots

Sachsen ist auch Anfang 2021 Negativ-Spitzenreiter in der Corona-Pandemie. Nach einer Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es dort 334,5 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Der Vogtlandkreis und der Landkreis Meißen führen mit Sieben-Tage-Inzidenzen von 818,6 beziehungsweise 613,9 die Liste der Landkreise in Deutschland an. Der Durchschnittswert aller Bundesländer lag bei 141,9, die geringste Inzidenz hatte mit 26,3 die Stadt Rostock (Mecklenburg-Vorpommern).

Israel hat fast eine Million Bürger gegen das Coronavirus geimpft

Weniger als zwei Wochen nach dem Beginn einer Impfkampagne im Rekord-Tempo hat Israel schon fast eine Million seiner Bürger geimpft. Gesundheitsminister Juli Edelstein teilte mit, rund 950.000 Israelis hätten bereits die erste Impfdosis erhalten. Das sind mehr als zehn Prozent der Bevölkerung – das Land hat fast 9,3 Millionen Einwohner.

Biontech-Chef: Ende Januar Klarheit über Impfstoff-Produktionsmengen

Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass das Unternehmen Ende Januar Klarheit über die weiteren Produktionsmengen für den Corona-Impfstoff haben wird. "Wir versuchen, neue Kooperationspartner zu gewinnen, die für uns produzieren. Aber es ist ja nicht so, als stünden überall in der Welt spezialisierte Fabriken ungenutzt herum, die von heute auf morgen Impfstoff in der nötigen Qualität herstellen könnten", sagte Sahin (55) dem "Spiegel". "Ende Januar haben wir Klarheit, ob und wie viel wir mehr produzieren können."

Derzeit sehe es hinsichtlich der insgesamt verfügbaren Impfstoffe gegen Covid-19 "nicht rosig" aus, "weil weitere zugelassene Impfstoffe fehlen und wir mit unserem Impfstoff diese Lücke füllen müssen", meinte Sahin. Daher sei man mit dem US-Partner Pfizer daran, die Möglichkeit für eine erhöhte Produktion des eigenen Präparats auszuloten.

Zu der Frage, ob Biontech andere Hersteller zur Produktion des neuen Impfstoffes lizenzieren könne, betonte Sahin die Komplexität bei der Herstellung von mRNA-Impfstoffen. "Da kann man nicht einfach umschalten, so dass statt Aspirin oder Hustensaft plötzlich Impfstoff hergestellt wird. Der Prozess braucht jahrelange Expertise und eine entsprechende bauliche und technologische Ausstattung."

RKI meldet 22.924 Corona-Neuinfektionen und 553 neue Todesfälle

In Deutschland sind laut dem Robert-Koch-Institut binnen 24 Stunden 22.924 Corona-Neuinfektionen und 553 neue Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet worden. Eine Interpretation der Daten ist laut RKI momentan schwierig, weil während der Feiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch könne es nachfolgend zu Nachmeldungen kommen. Vor einer Woche waren 25.533 Corona-Neuinfektionen und 412 Todesfälle binnen 24 Stunden registriert worden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war vergangenen Mittwoch erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) liegt bei 141,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Sachsen mit 334,5 und Thüringen mit 256,3. Den niedrigsten Wert hat Schleswig-Holstein mit 76,4.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.742.661 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 01.01., 0 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 33.624. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.350.800 an.

Impfstart in Deutschland


Impfpflicht, Nebenwirkungen und Kosten – das sollten Sie über die Corona-Impfung wissen

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert liegt laut RKI bei 0,80 (Dienstag: 0,68). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 80 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Mehr als 550 Corona-Impfdosen zerstört – Festnahme in den USA

Ein ehemaliger Mitarbeiter einer Krankenhausapotheke im US-Bundesstaat Wisconsin ist festgenommen worden, weil er rund 570 Dosen eines Coronavirus-Impfstoffes ruiniert haben soll. Erste Ermittlungen hätten ergeben, dass der Verdächtige den Impfstoff vorsätzlich aus der Kühlung genommen und über Nacht stehen gelassen habe, erklärte die Polizei in Grafton. Der Mann habe zugegeben, dass er gewusst habe, dass die Impfdosen damit unbrauchbar wurden.

Der Vorfall ereignete sich laut Polizei bereits am 26. Dezember. Von dem unwirksamen Impfstoff seien noch 57 Dosen verabreicht worden, was nach Angaben des Krankenhauses aber keine direkte Gefahr für die Betroffenen bedeute. Der Wert der zerstörten Impfstoffe wird auf rund 8000 bis 11 000 US-Dollar geschätzt. Das Motiv für die Tat war zunächst unklar.

Die Corona-News von Donnerstag, 31.12.2020

Knapp eine Million Menschen in Großbritannien gegen Corona geimpft

In Großbritannien sind mittlerweile fast eine Million Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Das Land hatte am 8. Dezember mit einer Massenimpfung begonnen. Bis zum 27. Dezember hätten 786 000 Menschen in England, 92 188 in Schottland, 35 335 in Wales und 31 016 in Nordirland eine Dosis des Mittels der Unternehmen Biontech und Pfizer erhalten, teilte das Gesundheitsministerium in London am Donnerstag mit.

Erster Fall von südafrikanischer Coronavirus-Variante in Frankreich

In Frankreich ist ein erster Fall der in Südafrika aufgetretenen Coronavirus-Variante registriert worden. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, war die Virusvariante bei einem in Frankreich lebenden Mann nachgewiesen worden, der sich zuvor in Südafrika aufgehalten habe. Einige Tage nach seiner Rückkehr habe er Symptome gehabt und sich umgehend zu Hause isoliert. Es gebe keine Risikokontakte, der Mann sei mittlerweile genesen.

England bereitet Wiedereröffnung der Notfall-Lazarette vor

Angesichts eines Anstiegs der Ansteckungen mit der neuartigen Corona-Mutation hat England am Donnerstag die Wiedereröffnung seiner Notfall-Lazarette vorbereitet. Wie der staatliche Gesundheitsdienst (NHS) mitteilte, stellen sich die behelfsmäßigen Einrichtungen in ganz England auf die Aufnahme von Patienten ein. Derweil meldete Frankreich einen ersten Fall mit der in Südafrika aufgetretenen Virus-Mutation. Durch die Ausbreitung des neuen Corona-Stamms stehe den Krankenhäusern in England möglicherweise eine erneute Überlastung bevor, erklärte der NHS. Während der ersten Corona-Welle waren in ganz England sieben behelfsmäßige Lazarette eröffnet worden, um zusätzliche Betten für Corona-Patienten zur Verfügung zu stellen. Das Militär, das bereits beim ersten Aufbau der Lazarette geholfen hatte, stehe erneut bereit, sagte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace dem Radiosender der "Times". 

Putin in Neujahrsrede: Kampf gegen Corona „hört keine Minute auf“

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht den Kampf gegen die Corona-Pandemie auch für 2021 als eine der größten Herausforderungen an. "Leider ist es noch nicht gelungen, die Epidemie vollständig zu stoppen", sagte der Kremlchef in seiner Neujahrsansprache, die im äußersten Osten Russlands bereits neun Stunden früher ausgestrahlt wurde als in der Hauptstadt Moskau. "Der Kampf mit ihr (der Epidemie) hört keine Minute auf", sagte Putin.

Putin bezeichnete 2020 rückblickend als ein für alle schweres Jahr: "Es scheint, als hätte das zu Ende gehende Jahr die Last mehrerer Jahre in sich aufgenommen." Das Coronavirus habe das Leben auf den Kopf gestellt. Putin erinnerte auch an die vielen Menschen, die 2020 geliebte Angehörige verloren haben.

Norwegen führt Corona-Testpflicht für Einreisende ein

In Norwegen muss man sich bei der Einreise ab dem 2. Januar verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen. Der Corona-Test solle so schnell wie möglich am Flughafen oder einem anderen Grenzübergang und spätestens einen Tag nach der Ankunft in dem skandinavischen Land vorgenommen werden, teilte die norwegische Regierung am Donnerstag mit. Wer dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld. Von der Testpflicht ausgenommen werden Kinder unter zwölf Jahren. Weitere Ausnahmen gibt es unter anderem für Arbeitnehmer mit kritischen Funktionen und Grenzpendler. Mehrere kleinere Grenzübergänge sollen im Zuge der Maßnahme geschlossen werden.

26 Bewohner von belgischem Altenheim sterben nach Nikolausbesuch an Covid-19

Nach einem Besuch des Nikolaus sind in Belgien 26 Bewohner eines Altenheimes an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Der als Nikolaus verkleidete Mann war Träger des Coronavirus, war sich aber seiner Infektion nicht bewusst, wie die flämischen Gesundheitsbehörden mitteilten. Er wurde erst später positiv getestet.

Derzeit sind in dem Altenheim in der Provinz Antwerpen 169 Menschen untergebracht, wie ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP sagte. 85 Bewohner und 40 Mitarbeiter hätten sich mit dem Coronavirus angesteckt.

"Superspreader"


Mann im Nikolauskostüm soll mehr als 70 Menschen in Seniorenheim mit Corona angesteckt haben

Coronavirus-Mutation erneut im Südwesten nachgewiesen

Die britische Variante des Coronavirus ist erneut in Baden-Württemberg aufgetaucht. Das Gesundheitsministerium berichtete von zwei neuen Fällen, wie die Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart erfuhr. Betroffen sei ein Paar aus dem Ortenaukreis. Ein Test der Frau sei am Mittwoch positiv auf die Virus-Variante gewesen. Sie hatte sich offensichtlich bei ihrem Partner angesteckt, der im Dezember nach einer Geschäftsreise in Großbritannien erkrankt war. Da die Frau bereits vor Weihnachten auf Corona positiv getestet worden sei, seien die engen Kontaktpersonen schon wieder aus der Quarantäne entlassen worden. Die Gesundheitsbehörden hätten nun erneute Tests der engen Kontaktpersonen veranlasst, um das Risiko einer Weiterverbreitung zu minimieren.

Biden plant Gedenken für Corona-Tote am Abend vor Vereidigung

Der künftige US-Präsident Joe Biden plant kurz vor seiner Vereidigung eine Gedenkzeremonie für die Hunderttausenden Menschen, die in den USA an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind. Das für die Vereidigung des Präsidenten zuständige Komitee teilte mit, am Abend vor Bidens Amtseinführung im Januar werde es in der US-Hauptstadt Washington am Lincoln Memorial eine Gedenkzeremonie geben, um an die vielen Corona-Toten im Land zu erinnern.

Andere Städte in den USA seien eingeladen, zur gleichen Zeit mit ähnlichen Aktionen an dem Gedenken teilzunehmen, etwa durch Lichtinstallationen an Gebäuden oder das Läuten von Kirchenglocken. Biden wird am 20. Januar vereidigt. Die Gedenkzeremonie ist für den frühen Abend (Ortszeit) am 19. Januar geplant.

Skandinavier feiern illegale Skilehrerparty in Österreich – Anzeige

Ohne Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung haben rund ein Dutzend Skandinavier in Österreich eine Party gefeiert. Die Polizei in Bad Gastein rund 100 Kilometer südlich von Salzburg löste das illegale Treiben in der Nacht zu Donnerstag auf und zeigte die jungen Leute an, wie sie berichtete. Den Erwischten drohen Strafen von bis zu 1450 Euro pro Person.

Die Dänen und Schweden waren am Mittwoch angekommen und wollten ihren Jobstart als Skilehrer feiern, wie die Polizei berichtete. Nachbarn hatten sich über den Lärm aus einer Wohnung beschwert. Unter den verschärften Corona-Maßnahmen darf man sich in Österreich nur mit einem nicht im gemeinsamen Haushalt lebenden engsten Angehörigen oder einer Bezugsperson treffen.

Robert-Koch-Institut: Bislang mehr als 130.000 Impfungen

Mehr als 130.000 Menschen in Deutschland wurden bislang gegen das Coronavirus geimpft. Bis Donnerstagfrüh wurden insgesamt 131.626 Impfungen an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet. Im Vergleich zum Vortag stieg die Zahl der Geimpften um 51.465, wie aus RKI-Angaben von Donnerstag hervorgeht. Diese Zahl könne allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegele somit nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, betont das RKI.

Unter den Geimpften sind 57.406 Bewohner von Pflegeheimen. 61.612 Personen erhielten die Impfung aus beruflichen Gründen, darunter fällt medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege. Insgesamt 31.250 Menschen wurden wegen ihres hohen Alters über 80 Jahre geimpft.

Astrazenca-Impfstoff: EU-Arzneimittelagentur will sorgfältige Prüfung

Sicherheit vor Schnelligkeit: Die europäische Arzneimittelagentur EMA setzt auch nach der Zulassung in Großbritannien auf eine sorgfältige Prüfung des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca. Anders als in Großbritannien erteile man in Europa keine Notfallzulassung, sondern eine bedingte Marktzulassung – mit allen damit verbundenen Schutzmaßnahmen, Kontrollen und Verpflichtungen. Das teilte die Behörde mit Sitz in Amsterdam mit. "Das garantiert, dass der Impfstoff den strengen EU-Standards für Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität entspricht."

Der Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca und der Universität Oxford wird von der EMA derzeit im sogenannten Rolling Review-Verfahren geprüft. Dabei werden Daten von den Herstellern nach und nach eingereicht, die Prüfung und gegebenenfalls Zulassung des Impfstoffes sollen so beschleunigt werden.

Bisher sind laut EMA einige vorläufige Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit bewertet worden, die in vier laufenden klinischen Studien in Großbritannien, Brasilien und Südafrika erhoben wurden. Zuletzt seien am 21. Dezember neue klinische Daten eingegangen. Daten aus Laborstudien seien bereits ausgewertet, die Bewertung der Impfstoff-Qualität laufe. Im Januar erwarte man weitere klinische Daten, im ersten Quartal 2021 sollen zudem Zwischenergebnisse einer klinischen Studie in den USA vorliegen.

RKI meldet 32.552 Corona-Neuinfektionen und 964 Todesfälle

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut 32.552 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden 964 neue Todesfälle verzeichnet, wie das RKI am Morgen bekanntgab. Die Zahlen sind jedoch nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar. Das Institut hatte über die Weihnachtstage mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern gerechnet. Die aktuell hohen Zahlen sind deshalb aus Sicht des RKI wohl auch durch Nachmeldungen bedingt. Vor einer Woche waren es 32.195 Neuinfektionen und 802 neue Todesfälle binnen eines Tages. 

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) liegt bei 139,8. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Sachsen mit 326,7 und Thüringen mit 246,5 den niedrigsten Wert hat Schleswig-Holstein mit 77,1.

Corona in Kitas


Kinderkardiologe Renz: "Es könnte unter Kindern sehr viel mehr Infektionen geben als bisher vermutet"

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.719.737 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 31.12., 0 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 33.071. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.328.200 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert liegt laut RKI-Bericht vom Mittwoch bei 0,68 (Dienstag: 0,67). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 68 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab.

China lässt ersten Corona-Impfstoff offiziell zu

Mit Sinopharm hat nun auch in China erstmals ein Pharmahersteller eine Zulassung für die breite Anwendung eines Corona-Impfstoffes erhalten. Die Daten hätten gezeigt, dass der Impfstoff die einschlägigen Standards der Weltgesundheitsorganisation und der Nationalen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde erfülle, hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Dem Impfstoff sei eine "bedingte Zulassung" erteilt worden. In Zukunft müssten die Haltbarkeit und die Schutzwirkung der Impfimmunität kontinuierlich beobachtet werden. Sinopharm hatte gestern mitgeteilt, dass sein Impfstoff einen mehr als 79-prozentigen Schutz vor Covid-19 (79,34 Prozent) bieten soll. Diese Angabe wurde von den Behörden bestätigt.

Impfstart in Deutschland


Impfpflicht, Nebenwirkungen und Kosten – das sollten Sie über die Corona-Impfung wissen

In China selbst gibt es neben Sinopharm mit Anhui Zhifei Longcom, CanSino, und Sinovac noch drei weitere Unternehmen, die sich in der Endphase der Impfstoff-Entwicklung befinden. China hatte das Ziel ausgegeben, bis Ende des Jahres 600 Millionen Dosen auf den Markt bringen zu können. Zuletzt war in Staatsmedien auch davon die Rede, bis Mitte Februar 50 Millionen Chinesen impfen zu wollen.

Bund und Länder rechnen mit bis zu 1,3 Billionen Corona-Kosten 2020

Staatshilfen und andere Ausgaben zur Bewältigung der Corona-Krise könnten Bund und Länder im Jahr 2020 bis zu 1,3 Billionen Euro gekostet haben. Das geht aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage von Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über die am Donnerstag auch das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete. Allerdings sind in dieser Summe auch Garantien von rund 826,5 Milliarden Euro enthalten, die Bund und Länder gewährleisten und von denen man nicht weiß, in welcher Höhe sie überhaupt greifen müssen. Auch erwartete Einnahmeausfälle durch weniger Steuern sind berücksichtigt.

Für das Jahr 2021 rechnet die Bundesregierung mit weiteren Corona-Folgekosten von rund 184 Milliarden Euro, die aber auch nicht oder unvollständig in Anspruch genommene Gelder aus dem Jahr 2020 beinhalten können.

Der Großteil der Corona-Ausgaben im Jahr 2020 belastet den Bund, der insgesamt 397,1 Milliarden Euro bereitstellte. Länder und Gemeinden beteiligten sich mit rund 82,8 Milliarden Euro. Die Sozialkassen zahlten 27 Milliarden Euro, wobei mit 25,5 Milliarden der größte Teil auf Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld entfiel.

Viele Deutsche nach Dänemark-Transit an Schwedens Grenze abgewiesen

Hunderte Menschen aus Deutschland sind auf der Fahrt nach Schweden an der dänisch-schwedischen Grenze abgewiesen und wieder nach Hause geschickt worden. Seit der Einführung eines Einreiseverbots aus Dänemark am 22. Dezember wegen Sorgen vor einer in Großbritannien aufgetretenen Coronavirus-Variante sei fast 450 deutschen Staatsbürgern die Einreise nach Schweden verweigert worden, sagte eine Sprecherin der südschwedischen Polizei der Deutschen Presse-Agentur. Es handele sich ausschließlich um Reisende, die auf ihrem Weg nach Schweden durch Dänemark gereist seien, Direktreisen aus Deutschland seien von der Maßnahme nicht betroffen.

"Es ist traurig, dass Menschen, die weit gereist sind, an der Grenze umkehren müssen, wo Einreisende zu 100 Prozent kontrolliert werden und wo besondere Gründe für die Einreise erforderlich sind", teilte die Sprecherin mit. Deutsche sollten deshalb nicht über Dänemark fahren, wenn sie nach Schweden reisen wollten.

Schweden hat ein Einreiseverbot für ausländische Staatsbürger aus Großbritannien und Dänemark erlassen, weil bei den Briten eine neue Corona-Variante aufgetaucht ist, die möglicherweise ansteckender als die bisher bekannte Form ist. Von der neuen Virusvariante sind bisher einige Dutzend Infektionen in Dänemark nachgewiesen worden, auch Schweden und andere Länder haben erste Fälle entdeckt. Das schwedische Einreiseverbot gilt vorläufig bis zum 21. Januar 2021.

Kampf gegen Corona


Schluss mit Sonderweg – in Schweden könnte die Maskenpflicht kommen. Zumindest theoretisch

USA verzeichnen mit mehr als 3900 Coronatoten neuen Tageshöchstwert

In den USA ist mit mehr als 3900 Coronatoten ein neuer Tageshöchstwert verzeichnet worden. Wie die Johns-Hopkins-Universität mitteilte, starben 3927 Menschen binnen 24 Stunden an den Folgen einer Coronainfektion. Außerdem wurden 189.671 Neuansteckungen registriert. Seit Beginn der Pandemie starben in den USA mehr als 341.800 Coronainfizierte mehr als 19,7 Millionen Ansteckungen wurden verzeichnet. Die Vereinigten Staaten sind das am schlimmsten von der Gesundheitskrise getroffene Land der Welt. Bislang erhielten 2,8 Millionen Menschen eine erste Impfdosis – weitaus weniger, als die von Amtsinhaber Donald Trump bis zum Jahresende versprochenen 20 Millionen Impfungen.  

Patientenschützer fordern unkomplizierte Corona-Impftermine

Patientenschützer haben unkomplizierte Terminvergaben für Corona-Impfungen angemahnt. Die Länder praktizierten bisher ein Vermittlungssystem, das undurchschaubar und praxisfern sei, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. "Es darf nicht sein, das so daheim lebenden Senioren ihre Impfbereitschaft vergrault wird." An mangelnder Erfahrung könne es nicht liegen. Schließlich gebe es seit Jahren Termin-Servicestellen. "Was bei der Vermittlung von Zehntausenden Fachärzten gelingt, kann bei 400 Impfzentren nicht schwieriger sein."

Bundesweit gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen, um Termine für Impfungen zu vergeben, die in der Anfangsphase gebündelt über regionale Zentren laufen sollen. Die Möglichkeit, die einheitliche Service-Nummer 116 117 der Kassenärzte dafür zu verwenden, wird laut Bundesgesundheitsministerium nicht von allen Ländern genutzt. Teils werden demnach schon Termine vergeben, teils ist es noch vorgesehen.

Schäuble lehnt Vorzugsbehandlung von Geimpften ab

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat sich gegen eine Vorzugsbehandlung von Menschen ausgesprochen, die gegen das Coronavirus geimpft wurden. "Eine Vorzugsbehandlung für Geimpfte birgt die Gefahr der Spaltung der Gesellschaft. Zwischen bereits Geimpfte und nicht Geimpfte dürfen wir keinen Keil treiben", sagte der CDU-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das Tempo bei der Impfstoffentwicklung sei "absolut beeindruckend", fügte er hinzu. "Daher können wir auch hoffen, dass es bei der Produktion noch schneller gehen wird". "Jetzt ist jedenfalls nicht der richtige Zeitpunkt, um über Privilegien für die ersten Geimpften zu streiten, dazu wissen wir noch zu wenig über Dauer und Umfang der Impfwirkung."

Debatte um Vorzugsbehandlung


Sonderrechte für Corona-Geimpfte? Ein klares Jein!

Merz fordert mehr Freiheitsrechte für Corona-Geimpfte

CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz will Corona-Geimpften mehr Freiheitsrechte in der Pandemie einräumen. "Grundrechte sind Individualrechte, aber keine kollektiven Rechte, die der Staat bei Bedarf allen entzieht und nur allen gleichzeitig zurückgewährt, wenn es die Lage wieder erlaubt", sagte Merz den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Man kann deshalb einer immer größer werdenden Bevölkerungsgruppe von Geimpften, Gesunden und Genesenen nicht pauschal die Grundrechte vorenthalten, weil eine immer kleinere Gruppe nach wie vor durch das Virus gefährdet ist."

Mehr Freiheitsrechte für Menschen, die sich selbst und andere nicht mehr gefährdeten, sei "daher keine Diskriminierung." Das gehe entweder durch den Nachweis einer Impfung oder einen negativen Coronatest, meinte Merz. So werde auch eine faktische Impfpflicht ausgeschlossen. "Aber diejenigen, die sich bewusst gegen eine Impfung entscheiden, müssen akzeptieren, dass sie, solange dieses Infektionsrisiko besteht, zumindest einen Schnelltest machen müssen, bevor sie zum Beispiel in ein Konzert oder ein Fußballstadion gehen."

Der Verfassungsrechtler Christoph Möllers sagte derweil der "Süddeutschen Zeitung", dass Privilegien für Geimpfte seiner Einschätzung nach für eine Übergangszeit durch ein Gesetz des Bundestags unterbunden werden könnten. Für einige Monate gebe es hier seiner Ansicht nach einen Spielraum für den Gesetzgeber, um das Antidiskriminierungsrecht zu ergänzen.

Die Corona-News von Mittwoch, 30.12.2020

Bund zieht nächste Impfstoff-Lieferung nach Kritik aus Ländern vor

Nach scharfer Kritik aus den Ländern an einem stockenden Verlauf der Impfstoff-Auslieferung hat das Bundesgesundheitsministerium für kommende Woche eine vorgezogene Lieferung angekündigt. Das Corona-Vakzin des Herstellers Biontech werde bereits am 8. Januar den Ländern zur Verfügung gestellt, erklärte ein Ministeriumssprecher, statt wie bislang geplant am 11. Januar. "Danach erfolgt die nächste Lieferung am 18. Januar 2021 und ab dann vorerst wöchentlich montags. Dabei werden anfangs circa 670.000 Dosen pro Woche geliefert."

Kein Impfstoff für Bayern, Berlin und Brandenburg in erster Januarwoche – Kritik an Spahn wird schärfer 

Langsames Impftempo und Lieferengpässe: Die Kritik an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wird lauter. So warnte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), die Knappheit bleibe ein Problem für den Impfstart. "Wir haben jetzt vom Bundgesundheitsministerium die Nachricht bekommen, dass die Lieferung in der ersten Kalenderwoche ersatzlos ausfällt", sagte sie der dpa. Erst ab 11. Januar solle es weitergehen. Sie bitte den Bund, die Lieferung etwas stabiler und zügiger zu organisieren. Auch Bayerns Ressortchefin Melanie Huml (CSU) kritisierte, ihr Land werde in der ersten Januarwoche entgegen bisheriger Zusage voraussichtlich keine Lieferung erhalten. Es sei unverständlich, wie gerade bei den hohen Infektionszahlen "eine komplette Lieferung einfach entfallen kann". Auch Brandenburg bekommt in der ersten Januar-Woche keine Impfstoff-Lieferung. Das sagte die Landesgesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) auf einer Pressekonferenz. Sie sprach von bundesweiten Lieferschwierigkeiten beim Corona-Impfstoff: "Es betrifft alle Bundesländer gleichermaßen." 19.500 Impfstoff-Dosen seien ab 11. Januar für Brandenburg wöchentlich anvisiert.

SPD-Generalsekretär Klingbeil wirft Spahn „Chaos“ beim Impfstart

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat die Organisation des Corona-Impfstarts in Deutschland kritisiert und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Versäumnisse vorgeworfen. "Das Chaos rund um den Impfstart finde ich sehr ärgerlich", sagte Klingbeil der "Rheinischen Post". Spahn spreche von etwas föderalem Durcheinander und zeige mit dem Finger auf die Bundesländer. "Der Minister selbst hatte Monate Zeit, den geplanten Impfstart vorzubereiten. Hierzu hat er ausreichende Kompetenzen bekommen." Es sei die Aufgabe des Bundesgesundheitsministers, für eine reibungslose Organisation zu sorgen, sagte Klingbeil. "Wenn jetzt der Eindruck entsteht, der Staat habe diese Aufgabe nicht im Griff, steigert das nicht gerade das Vertrauen in das Impfen."

Todeszahlen im November elf Prozent über Durchschnitt der Vorjahre

Die Zahl der Todesfälle in Deutschland ist im November deutlich gestiegen. Nach vorläufigen Erkenntnissen des Statistischen Bundesamtes sind im vergangenen Monat elf Prozent oder 8186 mehr Menschen gestorben als im November-Schnitt der Vorjahre. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Corona lag demnach bei 7335.  

Deutschlandweit wurden insgesamt 84.480 Todesfälle gezählt. Zuletzt seien hierzulande im Jahr 1974 mehr als 80.000 Menschen in einem November gestorben. Wie die Statistiker am Freitag weiter mitteilten, war die Übersterblichkeit in Sachsen im letzten Monat besonders hoch. In dem Bundesland, das stark von Corona betroffen ist, starben im Vergleich zum November der Vorjahre 39 Prozent mehr Menschen.

Verräterische Statistiken


Doppelt so viele Corona-Tote: Wie die russischen Behörden ihre immensen Fälschungen selbst entlarven

Spahn reagiert mit deutlichen Worten auf Kritik an der europäischen Impfstoff-Verteilung

Nochmals auf die Kritik an der Verteilung des "deutschen" Impfstoffs im gesamten EU-Raum angesprochen, regierte Jens Spahn für seine Verhältnisse ungehalten. "Ich will noch einmal daran erinnern, dass es nicht absehbar war, dass er erste zugelassene Impfstoff ein Impfstoff aus Deutschland sein würde", sagte Spahn während der Pressekonferenz. Ende Juni habe man sich dazu entschieden, den Impfweg gemeinsam zu beschreiten. "Europäische Union heißt, in der Pandemie […] nicht nur auf sich selbst zu schauen", erklärte der Gesundheitsminister.

Wann immer ein neues Arzneimittel auf den Markt käme, wäre es in Deutschland sonst stets direkt verfügbar, gab Spahn zu bedenken. "Wie selbstverständlich am ersten Tag nach der Zulassung. […] Ein neues Krebs-Medikament ist in Deutschland immer sofort auf dem Markt, immer. Weil wir ein attraktiver Markt sind. Bis so ein Medikament in der Versorgung in Kroatien angekommen ist, vergehen teilweise Jahre. Ich weiß gar nicht, ob die Deutschen sich das immer bewusst machen", so Spahn. "Und wir haben gesagt, dass wir bei diesem Impfstoff in dieser Pandemie eine solche Situation nicht akzeptieren."

RKI-Chef: Trotz Corona-Impfungen Verhaltensregeln weiter einhalten

Nach dem Start von Covid-19-Impfungen in Deutschland hat das Robert Koch-Institut (RKI) vor Nachlässigkeit beim Einhalten der Verhaltensregeln gewarnt. "Trotz der Impfung müssen wir uns in den nächsten Monaten alle weiterhin an die AHA+L-Regeln halten und unsere Kontakte einschränken", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Er rief dazu auf, nicht zu verreisen, möglichst wenige Menschen zu treffen – und wenn, dann nur dieselben Menschen und im Freien. "Lassen Sie uns dem Virus gemeinsam den Wind aus den Segeln nehmen."

Es werde noch Monate dauern, bis so viele Menschen geimpft sind, dass auch die Zirkulation des Virus in der Bevölkerung reduziert werde, sagte Wieler. Einerseits müsse der Impfstoff in ausreichender Menge verfügbar sein, andererseits dauere es, das Mittel zu verabreichen. Auch nach der Impfung der ersten Gruppen seien nicht alle geschützt, kein Impfstoff sei perfekt, betonte der RKI-Chef. Es sei zudem unklar, in welchem Umfang die Impfung Ansteckungen verhindern könne.

„Die größte Impfkampagne in der Geschichte Deutschlands ist erfolgreich angelaufen“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) informiert gemeinsam mit dem Präsidenten des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, und dem Präsidenten des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, über die Coronalage in Deutschland und den Start der Impfkampagne. Die schnelle Entwicklung eines Impfstoffes "darf uns dankbar und auch stolz machen", erklärt Spahn zu Beginn der Pressekonferenz in Berlin. Zwar ruckele es noch an der einen oder anderen Stelle, aber "die größte Impfkampagne in der Geschichte Deutschlands ist erfolgreich angelaufen". Der Minister betont aber auch, die Corona-Pandemie "besiegen wir nur nur gemeinsam, europäisch und solidarisch".

In Hinblick auf den anstehenden Jahreswechsel sagt Spahn, vor den Menschen stehe "das wahrscheinlich ruhigste Silvester, an das sich Deutschland erinnern kann“. Der CDU-Politiker appelliert an die Bevölkerung, sich an alle Schutzmaßnahmen und Kontaktbeschränkungen zu halten, damit das Infektionsgeschehen eingedämmt werden könne. "Was morgen passiert oder eben auch nicht passiert, ist ganz, ganz wichtig", so Spahn.

Impfstart in Deutschland


Impfpflicht, Nebenwirkungen und Kosten – das sollten Sie über die Corona-Impfung wissen

Cichutek nennt das Vakzin des Mainzer Unternehmens Biontech und der US-Firma Pfizer einen "hervorragenden Impfstoff". Sein Nutzen überwiege bei Weitem etwaige Nebenwirkungen. Die theoretischen Risiken seien bislang praktisch nicht zu Tage getreten. "Haben Sie vertrauen, ein kleiner Pieks schützt vor einem schweren Infektionsverlauf", sagt der Chef des Paul-Ehrlich-Instituts.

Spahn sieht aber aktuell keine Möglichkeit, den aktuellen Lockdown zu beenden. "1129 Familien werden diesen Jahreswechsel in Trauer erleben", sagte der CDU-Politiker. "Diese Zahlen belegen, wie brutal dieses Virus immer noch zuschlägt." Von einer Normalität sei man noch sehr weit entfernt. "Ich sehe also nicht, wie wir in dieser Situation zurückkehren können in den Modus vor dem Lockdown."

Zahl der Coronafälle in Wuhan womöglich zehn Mal so hoch wie gemeldet

Die Zahl der Corona-Infektionen beim Ausbruch der Pandemie in Wuhan ist laut einer chinesischen Studie möglicherweise zehn Mal so hoch gewesen wie bisher angegeben. Bis April hätten rund 4,43 Prozent der elf Millionen Einwohner Wuhans Antikörper gegen das neuartige Coronavirus entwickelt, heißt es in der Studie des Chinesischen Zentrums für Seuchenkontrolle (CDC). Dies entspreche rund 480.000 Corona-Infektionen in der Millionenmetropole bis April. Das sind fast zehn Mal so viel wie die bislang offiziell genannten rund 50.000 Fälle.

Die durch die CDC-Daten offenbarte Diskrepanz zwischen den offiziellen und tatsächlichen Infektionszahlen könne auf eine lückenhafte Meldung von Fällen hinweisen "wegen des Chaos Ende Januar und Anfang Februar, als eine große Zahl von Menschen nicht getestet oder nicht exakt auf Covid-19 getestet wurde", sagte der Gesundheitsexperte Huang Yanzhong von der in New York ansässigen Denkfabrik Council on Foreign Relations der Nachrichtenagentur AFP.

Tschechien verzeichnet Rekord an Neuinfektionen

Nach den Weihnachtsfeiertagen spitzt sich die Corona-Situation in Tschechien zu. Heute meldeten die Behörden 16.329 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – der höchste Tageswert seit Beginn der Pandemie. Mehr als 5700 Menschen befinden sich aktuell im Krankenhaus in Behandlung. Seit Pandemiebeginn gab es mehr als 700.000 betätigte Infektionen und mehr als 11.400 Todesfälle.

Seit dem Wochenende gilt in Tschechien die höchste Corona-Warnstufe der Regierung. Damit müssen nicht lebensnotwendige Geschäfte geschlossen bleiben. Auch Hotels, Restaurants, Museen, Theater und Kinos sind zu. In der Öffentlichkeit dürfen sich maximal zwei Personen treffen. Es wurden Ausgangsbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, die auch an Silvester gilt. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

Kuba will Bevölkerung bis Ende Juni mit eigenem Corona-Vakzin impfen

Kuba will noch in der ersten Hälfte des kommenden Jahres seine gesamte Bevölkerung mit einem selbst entwickelten Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus schützen. Das Land könne "die kubanische Bevölkerung innerhalb des ersten Halbjahres 2021 gegen das Sars-CoV-2-Virus immunisieren", sagte der Direktor des Finlay-Impfstoff-Instituts, Vicente Vérez Bencomo, der Staatszeitung "Granma". Zwei Impfstoffkandidaten, Soberana01 und Soberana02 (Souverän01 und Souverän02), hätten in ersten Studien gute Ergebnisse gezeigt.

"Besonders Soberana02 hat eine frühe Immunreaktion gezeigt, was es uns erlaubt, schneller mit Phase-2-Studien zu beginnen", sagte Vérez. Im Januar solle rund eintausend Freiwilligen der Impfstoffkandidat gespritzt werden. Nach der Auswertung der Ergebnisse könnten dann Phase-3-Studien mit etwa 150.000 Menschen beginnen.

Die kubanischen Wissenschaftler verfügen über Erfahrung in der Impfstoff-Herstellung. Das staatliche Impfprogramm für Kinder umfasst elf Vakzine gegen 13 Krankheiten. Acht davon werden auf der Karibikinsel hergestellt. Bisher haben die Behörden unter den 11,2 Millionen Einwohnern Kubas nur knapp 11.500 Corona-Infektionen und 143 Todesopfer registriert. 

Erstmals mehr als 3700 Coronatote in den USA

In den USA hat die Zahl der an einem Tag erfassten Toten mit einer bestätigten Corona-Infektion einen neuen Höchststand erreicht. Gestern meldeten die Behörden 3725 Tote, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore von heute früh hervorgeht. Der bisherige Höchstwert war mit 3682 Toten am 16. Dezember registriert worden. Die Zahl der Neuinfektionen liegt mit 247.646 vergleichsweise knapp unter dem am 18. Dezember verzeichneten Rekord von 249.664.

Die Morgenlage


RKI meldet erstmals mehr als tausend Coronatote in Deutschland binnen eines Tages

Am Montag stieg auch die Anzahl der Covid-Patienten in US-Krankenhäusern mit mehr als 124.000 auf ein Rekordhoch, wie aus Daten des Covid-Tracking-Project hervorgeht. Erstmals seit Beginn der Pandemie bewegt sich die Zahl seit Anfang Dezember kontinuierlich über der Schwelle von 100.000. Aufgrund von Reisen und Familientreffen nach Thanksgiving Ende November und über Weihnachten hatten Gesundheitsexperten vor einem deutlichen Anstieg der Infektionszahlen gewarnt.

In den USA mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang rund 19,5 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 338 000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Impfstoff von Astrazeneca in Großbritannien zugelassen

Großbritannien hat den Corona-Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca zugelassen. Die Aufsichtsbehörde für Arzneimittel habe dem heimischen Vakzin eine Zulassung erteilt, gab das britische Gesundheitsministerium bekannt. Das Mittel hatte in Studien eine geringere Wirksamkeit aufgewiesen als der Impfstoff von Biontech und Pfizer, kann allerdings bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden und ist deutlich günstiger. In Großbritannien sollen bereits am 4. Januar die ersten Impfungen stattfinden, wie Gesundheitsminister Matt Hancock mitteilte. Es sei "brilliant, das Jahr 2020 mit einem solchen Moment der Hoffnung zu beenden".

Das Vakzin soll nach den ersten Studiendaten im Mittel einen 70-prozentigen Schutz vor Covid-19 bieten. Bei spezieller Dosierung könnte die Wirksamkeit dem Konzern zufolge womöglich noch deutlich höher liegen. Zeitweise waren Zweifel am Studiendesign und der hohen Wirksamkeit des Impfstoffs aufgekommen. Der schwedisch-britische Konzern hatte daher zusätzliche Untersuchungen durchgeführt.

Anders als die Vakzine der Mainzer Firma Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer sowie der US-Firma Moderna gehört das britisch-schwedische Präparat nicht zu den mRNA-Impfstoffen. Der von Astrazeneca eingesetzte Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Mittel wirkt zweifach: Es soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern – beide sind für die Immunabwehr wichtig.

RKI meldet Höchstwert von 1129 Corona-Todesfällen binnen 24 Stunden

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat zum ersten Mal die Marke von 1000 überschritten. Binnen einen Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut 1129 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Morgen hervorgeht. Außerdem wurden 22.459 Neuinfektionen gemeldet. Vergangenen Mittwoch (23.12.) waren 24.740 Neuinfektionen und der bisherige Höchststand von 962 Todesfällen gemeldet worden.

Das RKI hatte vor den Weihnachtstagen mitgeteilt, dass die aktuellen Zahlen nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar seien, da es zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Dennoch ist die Zahl der neuen Todesfälle deutlich höher als vor einer Woche.

Die binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) liegen bei 141,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Sachsen mit 330,0 und Thüringen mit 255,1 den niedrigsten Wert Niedersachsen mit 79,6. 

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.687.185 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 30.12., 0 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 32.107. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.302.600 an.

Neue Coronavirus-Variante erstmals auch in den USA festgestellt

Die neue und offenbar ansteckendere Variante des Coronavirus ist erstmals auch in den USA festgestellt worden. Die Mutation wurde bei einem 20-jährigen Patienten im Bundesstaat Colorado diagnostiziert, wie der dortige Gouverneur Jared Polis auf Twitter mitteilte. Der Mann befinde sich im Verwaltungsbezirk Elbert in Quarantäne. Er sei nicht auf Reisen gewesen.

Die USA sind das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Rund 19,3 Millionen Menschen infizierten sich dort bislang mit dem Virus, mehr als 335.000 Menschen starben nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität im Zusammenhang mit der Infektion.

Spahn erwartet Corona-Beschränkungen „ohne Zweifel“ auch nach dem 10. Januar

Die Corona-Beschränkungen müssen nach Ansicht von Gesundheitsminister Jens Spahn auch nach dem 10. Januar zumindest teilweise verlängert werden. Deutschland sei "bei Weitem noch nicht da, wo wir hin müssen", sagte der CDU-Politiker gestern Abend in den ARD-"Tagesthemen". Deshalb werde es nach dem 10. Januar "ohne Zweifel Maßnahmen geben". In welchem Umfang, müssten Bund und Länder bei ihrer geplanten Konferenz am kommenden Dienstag entscheiden.

Der Lockdown mit strengen Kontaktbeschränkungen, der Schließung der meisten Geschäfte, Schulen und Kitas sowie der schon länger geltenden Schließung von Restaurants, Theatern, Museen und anderen Freizeiteinrichtungen gilt zunächst bis zum 10. Januar. Am 5. Januar wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten, wie es anschließend weiter geht. 

Die Debatte, ob Corona-Geimpfte bestimmte Privilegien erhalten sollen, nannte Spahn bei "Bild live" "durchaus richtig und wichtig". Der privat-gewerbliche Bereich habe in dieser Frage mehr Spielraum. Nach seinem juristischen Verständnis wäre etwa eine Pizzeria nur für Geimpfte "das, was möglich ist". Im öffentlichen Bereich und bei der Daseinsvorsorge, also etwa in Krankenhäusern, Rathäusern oder dem öffentlichen Nahverkehr, könne man aber keinen Unterschied zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften machen. Zudem sei unklar, ob Geimpfte weiterhin andere anstecken könnten. Das mache "einen ganz entscheidenden Unterschied". Er empfehle, die Erkenntnisse dazu abzuwarten.

Die Corona-News von Dienstag, 29.12.2020

Mutation des Coronavirus nun auch in NRW nachgewiesen

Die britische Mutation des Coronavirus ist nun auch in Nordrhein-Westfalen angekommen: Die neue Variante sei bei einem Menschen aus dem Kreis Viersen "und damit erstmals auch in NRW nachgewiesen", teilte das Landesgesundheitsministerium in Düsseldorf am Dienstag auf Anfrage der "Rheinischen Post" mit. Das Landeszentrum Gesundheit sei darüber am Montagnachmittag vom Robert-Koch-Institut telefonisch informiert worden.

Am Dienstag hatte die niedersächsische Regierung mitgeteilt, dass die neue Variante des Virus in dem Bundesland nachgewiesen worden sei. Das mutierte Virus ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern deutlich ansteckender als die bisher bekannte Version.

Impfungen gegen Corona


Sollen Geimpfte Privilegien erhalten? Und kann eine Impfpflicht eingeführt werden? Das ist die Rechtslage

Spahn gibt Gehälter-Garantie für Kliniken ab

Angesichts der finanziellen Not vieler Krankenhäuser hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Garantie für die Weiterzahlung von Gehältern ausgesprochen. "Wir wollen und werden die Liquidität der Krankenhäuser in der Krise sichern – darauf können sich die Beschäftigten verlassen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Zuvor hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft gewarnt, dass viele Kliniken bald die Gehälter nicht mehr zahlen könnten.

Laut dem neuen Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts ist ein großer Teil der Häuser in der Coronapandemie in Geldnot geraten – unter anderem, weil geplante Operationen verschoben werden mussten. Es besteht zudem bereits Personalmangel in der Pflege und im Operationssaal. Spahn kündigte an, dass Bund und Länder Anfang Januar über weitere Maßnahmen beraten würden. 

Nach Impfpanne in Stralsund: Eine Frau weiter im Krankenhaus

Nach der Impfpanne in einem Stralsunder Pflegeheim wird eine Frau weiter in einer Klinik behandelt. Wie ein Sprecher des Landkreises Vorpommern-Rügen sagte, leidet sie unter grippeähnlichen Symptomen wie Kopfschmerzen oder Schwindel. Die anderen sieben Betroffenen sind bereits wieder zu Hause. Sie sind alle Mitarbeiter eines Stralsunder Pflegeheims. Ihnen war am Sonntag versehentlich die fünffache Dosis des Impfstoffs gegen Covid-19 gespritzt worden.

Inzwischen lägen Details zur fehlerhaften Impfung vor. Entgegen den Anweisungen des Impfstoffherstellers Biontech/Pfizer habe eine Krankenschwester den Inhalt der Gläser zwar mit der korrekten Menge Kochsalzlösung gemischt. Dann habe sie dem Arzt aber Spritzen mit dem kompletten Inhalt statt nur mit einem Fünftel des Volumens zum Impfen gereicht. "Das hat sie achtmal gemacht. Dann waren die acht Gläser alle, mit denen eigentlich 40 Leute geimpft werden sollten." Der Sprecher des Landkreises verwies darauf, dass Biontech/Pfizer sogar eine bebilderte Schreibtischunterlage zur Aufbereitung des Impfstoffs mitgeliefert habe.

Landrat Stefan Kerth (SPD) sprach erneut von einem bedauerlichen Einzelfall und menschlichem Versagen. Er hoffe, dass dieser Vorfall alle an der Impfung Beteiligten in ganz Deutschland noch mehr sensibilisiere.

Thüringer Landkreis Sonneberg ruft Katastrophenfall aus

Der Thüringer Landkreis Sonneberg hat pandemiebedingt den Katastrophenfall erklärt. Hauptgrund sei die angespannte Lage in mehreren Pflege- und Betreuungseinrichtungen, dem Rettungswesen sowie den örtlichen Krankenhäusern, erklärte Landrat Hans-Peter Schmitz (parteilos). All das ergebe sich aus Personalengpässen, die auf die Corona-Pandemie zurückzuführen seien. "Nach sorgfältiger Prüfung haben wir uns entschlossen, den Katastrophenfall auszurufen, um das Leben und die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger weiterhin nach bestem Wissen und Gewissen zu schützen", sagte Schmitz. Es gehe vor allem darum, einen rechtlichen Rahmen für den Einsatz von ehrenamtlichen Kräften zu schaffen, "um die Bewältigung der diffusen pandemischen Lage in wesentlichen Bereichen der Daseinsvorsorge zu gewährleisten".

Ziel sei es, die zur Verfügung stehenden Kräfte unter einer einheitlichen Leitung zu bündeln und im Bedarfsfall umgehend einsetzen zu können, hieß es. Zur Koordinierung sei eine Sanitätseinsatzleitung gebildet worden. Außerdem wurde der Katastrophenschutzzug des Landkreises in Alarmbereitschaft versetzt. Sonneberg ist mit rund 58.000 Einwohnern der kleinste Landkreis in Thüringen.

Lambrecht: Privilegien für Geimpfte „verbieten sich gegenwärtig“

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hält Privilegien für Menschen mit Corona-Impfung zum jetzigen Zeitpunkt für falsch. Es sei nicht einmal klar, ob die Impfung auch vor der Weitergabe der Infektion durch den Geimpften schütze, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. "Allein deshalb verbieten sich gegenwärtig Privilegien für Geimpfte." Solange nicht allen ein Impfangebot gemacht werden könne, sei es "ein Gebot der Fairness und der Solidarität, Sonderrechte weder einzufordern noch anzubieten."

Derzeit warnen viele Stimmen davor, eine Corona-Impfung zur Voraussetzung für den Zugang zu bestimmten Dienstleistungen oder Orten zu machen. Konkrete Pläne dafür etwa von Unternehmen sind in Deutschland allerdings nicht bekannt. "Wir sollten die richtigen Diskussionen zur richtigen Zeit führen", mahnte Lambrecht. Im Augenblick gehe es darum, diejenigen Gruppen zu impfen, bei denen ein besonders hohes Risiko einer schweren Erkrankung bestehe. Anschließend sollten alle Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zur Impfung bekommen. "Wir müssen alle unsere Kräfte darauf konzentrieren, dass dies möglichst schnell geschieht", sagte sie.

Fast 42.000 Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft

Bis einschließlich Montag haben in Deutschland 41.962 Menschen die erste Dosis des Corona-Impfstoffs erhalten. Das berichtete das Robert-Koch-Institut. Der Anstieg im Vergleich zum Vortag betrug demnach 19.084 Impfungen. Das ist allerdings nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften, sondern kann auch Nachmeldungen einschließen, wie das RKI schreibt.

Eine Impfquote, also den Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung, nennt das RKI zunächst nicht. Dazu sei die Zahl der Geimpften derzeit noch zu gering, erläuterte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher.

Erfasst werden derzeit Impfungen mit der ersten Impfdosis. Eine zweite Impfung ist etwa drei Wochen nach der ersten fällig, um einen vollständigen Impfschutz zu erzielen. Es ist somit nicht davon auszugehen, dass alle Geimpften bereits sicher vor der Erkrankung Covid-19 geschützt sind.

Zahl der Covid-19-Patienten in englischen Kliniken auf Rekordstand

Die Zahl der Covid-19-Patienten in englischen Krankenhäusern hat einen neuen Höchststand erreicht. Mittlerweile würden mehr Corona-Patienten stationär behandelt als während des Höhepunkts der ersten Infektionswelle im April, teilte der britische Gesundheitsdienst NHS mit. "Wir sind zurück im Auge des Sturms", sagte der NHS-Chef in England, Simon Stevens.

Derzeit werden den Angaben zufolge 20.426 Menschen mit Covid-19 in englischen Krankenhäusern behandelt. Im April waren es auf dem Höhepunkt der ersten Infektionswelle 18.974. Der Anstieg könnte mit einer Mutation des Virus zusammenhängen, die den Erreger nach Experteneinschätzungen offenbar ansteckender macht als die bisher bekannte Variante.

Auch die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien binnen eines Tages erreichte am Montag mit 41.385 einen neuen Höchstwert – und das, obwohl Schottland und Nordirland über die Weihnachtsfeiertage die Weitermeldung von Fällen ausgesetzt hatten. Seit Beginn der Pandemie wurden in Großbritannien 71.109 Corona-Tote gezählt.

Pharma-Industrie rechnet mit raschem Anwachsen der Impfstoff-Menge

Die Pharma-Industrie rechnet damit, dass in Deutschland schon bald eine größere Zahl an Dosen mit Corona-Impfstoff zur Verfügung steht. "Wir werden im Januar noch deutlich mehr Impfungen haben, weil immer mehr der vom Staat bestellten Mengen geliefert werden", sagt Han Steutel, der Präsident des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller, der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Nach Steutels Worten funktioniert dies nur, weil die Hersteller vorproduziert hätten. "Jeder weitere Hersteller, der eine Zulassung erhält, wird ebenfalls mit vorproduzierten Chargen schnell im Markt sein", sagte Steutel voraus. Er verwies darauf, dass gerade überall in Deutschland Produktionskapazitäten für den Corona-Impfstoff hochgefahren würden – etwa in Mainz, Idar-Oberstein, Marburg, Laubheim, Dessau, Brehna und Tübingen. 

Impfstart in Deutschland


Impfpflicht, Nebenwirkungen und Kosten – das sollten Sie über die Corona-Impfung wissen

Müller erwartet weitere Corona-Einschränkungen im Januar

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) rechnet auch über den aktuellen, vorerst bis zum 10. Januar befristeten Lockdown hinaus mit einschränkenden Corona-Maßnahmen. "Ich gehe fest davon aus, dass wir weiterhin mit Einschränkungen leben müssen", sagte Müller, derzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, im ZDF-"Morgenmagazin". Das Ausmaß müsse anhand der Zahlen bewerten werden. Es sei allerdings zu sehen, dass die Infektionszahlen auf einem sehr hohen Stand stagnierten oder bestenfalls leicht zurückgingen. "Insofern rechne ich damit, dass wir im Januar auch weiter Einschränkungen erleben."

Höchste Corona-Zahlen in Israel seit Oktober – rasantes Impf-Tempo

Zwei Tage nach Beginn eines neuen Teil-Lockdowns in Israel sind die Corona-Infektionszahlen im dem Land auf den höchsten Stand seit drei Monaten geklettert. Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, binnen 24 Stunden seien 5449 neue Fälle registriert worden – zuletzt waren die Zahlen Anfang Oktober so hoch gewesen. Am Sonntagnachmittag war in dem Mittelmeerland ein dritter Teil-Lockdown in Kraft getreten, der zunächst für zwei Wochen dauern soll. Es wird jedoch mit einer Verlängerung um mehrere Wochen gerechnet.

Parallel dazu läuft eine massive Impfkampagne. In den vergangenen zehn Tagen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits rund eine halbe Million Israelis gegen das Coronavirus geimpft worden. Nach Angaben der Webseite Our World der Oxford-Universität ist das kleine Land mit seinen neun Millionen Einwohnern weltweit führend bei der Zahl der Geimpften per 100 Einwohner, es folgen Bahrain und Großbritannien.

Israel hat das Ziel, so schnell wie möglich seine Risikogruppen zu impfen und dann die Wirtschaft wieder zu öffnen. Von Mitte Januar an sollen für Geimpfte, die zwei Dosen erhalten haben, "grüne Pässe" ausgestellt werden, die ihnen verschiedene Freiheiten gewähren.

Intensivmediziner befürchten verschärften Personalmangel 

Der Mangel an Pflegekräften in Krankenhäusern infolge der Corona-Pandemie könnte sich aus Sicht der Intensivmediziner noch verstärken. "Wir befürchten durch die monatelangen Belastungen, die die Pflegekräfte jetzt mitgemacht haben auf den Intensivstationen, dass wir Anfang kommenden Jahres Leute haben werden, die unter der Last zusammenbrechen und nicht mehr resilient genug sind und tatsächlich dann ins Aus gehen", sagte der Chef der  Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Uwe Janssens, am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Die Lage auf den Intensivstationen ist nach wie vor wirklich sehr angespannt." Man kämpfe weiter mit den Folgen der hohen Infektionszahlen der vergangenen Wochen.

Janssens mahnte ein einheitliches Gesamtkonzept der Politik an. Es müsse mit einer Stimme gesprochen werden, und es müssten Ziele weit für das Jahr 2021 formuliert werden. Den Zielwert etwa von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen nannte Janssens "ein wenig zu hoch gesteckt". Mit Blick auf die Impfbereitschaft unter medizinischem Fachpersonal sprach Janssens von einer "gewissen Impfskepsis". Auch die Beschäftigten im Medizinbereich müssten mitgenommen und überzeugt werden, sich impfen zu lassen. Das sei eine der wichtigsten Aufgaben. Die ersten Ergebnisse der Impfung seien "sehr, sehr ermutigend".

Deutsche Krankenhäuser schlagen wegen Finanzlage Alarm

Die deutschen Krankenhäuser schlagen wegen ihrer in der Coronakrise besonders angespannten Finanzlage Alarm. Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, warnt in den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, dass die Kliniken flächendeckend bereits im ersten Quartal 2021 die Gehälter ihrer Beschäftigten nicht mehr zahlen könnten, sollten sie nicht mehr Hilfen erhalten. Die Kliniken seien in einer "dramatischen Situation", sie verfügten nur noch begrenzt über finanzielle Mittel. Die Bundesregierung müsse ihre Hilfen deutlich erhöhen. Die Krankenhäuser bräuchten eine "Liquiditätssicherung".     

Nach den Plänen des Gesundheitsministeriums sollen Klinken in besonders stark von der Pandemie betroffenen Gebieten Ausgleichszahlungen erhalten, wenn sie auf aufschiebbare Eingriffe verzichten und damit Betten freihalten. Aus Sicht der Krankenhausgesellschaft reicht dieses Konzept aber bei Weitem nicht. Der neue Rettungsschirm sei "nur eine minimale Verbesserung", monierte Gaß. Lediglich 25 Prozent der Kliniken würden davon erfasst.

Nach Angaben des Deutschen Krankenhausinstituts rechnen zwei Drittel aller Betreiber von Kliniken mit Verlusten im ablaufenden Jahr, wie der "Tagesspiegel" berichtet. Demnach beurteilen nur noch 18 Prozent der knapp 2000 Kliniken mit ihren insgesamt 1,3 Millionen Mitarbeitern ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als gut. 

Rio riegelt Stadtstrände wegen Corona zu Silvester ab

Die brasilianische Metropole Rio de Janeiro verschärft wegen der Corona-Pandemie die Einschränkungen weiter und sperrt zu Silvester die Strände. "Die Zufahrt zu den Stränden wird blockiert", schrieb die Stadtverwaltung von Rio auf Twitter. Bewohner und Arbeiter in diesen Gegenden müssten mit Dokumenten belegen, dass sie berechtigt seien, sich dort aufzuhalten. Betroffen von den neuen Einschränkungen sind 30 Kilometer Küstenlinie zwischen Leme und Pontal in Recreio dos Bandeirantes. In der vergangenen Woche hatte die Stadtverwaltung die Maßnahme bereits für Copacabana angekündigt, traditionell das Herz der Feier. Die Silvesterparty in Rio ist eine der berühmtesten der Welt und zieht jedes Jahr Millionen Touristen in die Hafenstadt. Das Feuerwerk, das für gewöhnlich von Flößen in der Atlantikbucht abgefeuert wird, wurde dieses Jahr abgesagt.

Umfrage: Deutsche blicken skeptisch ins Corona-Jahr 2021

Die Deutschen sehen der weiteren Entwicklung der Coronakrise im kommenden Jahr laut einer Umfrage überwiegend skeptisch entgegen. Nach der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur glaubt nur jeder Vierte (26 Prozent), dass die Pandemie 2021 weitgehend überwunden wird. Zwei Drittel meinen dagegen, dass das gefährliche Virus das Leben der Menschen in Deutschland noch das ganze Jahr über beeinträchtigt. 22 Prozent erwarten sogar eine starke Beeinträchtigung.

Nur jeder Fünfte (20 Prozent) rechnet damit, dass vor Ende des Jahres 2021 wieder Spiele der Fußball-Bundesliga vor vollen Rängen stattfinden. Nur jeder Zehnte (9 Prozent) glaubt daran, dass man im Sommer wieder überall Urlaub machen kann. Und 84 Prozent meinen, dass bis Ende Jahres zumindest an einigen Orten eine Maskenpflicht bestehen bleibt. YouGov befragte unmittelbar vor Weihnachten zwischen dem 21. und 23. Dezember 2035 Personen. Bei Start der Befragung war der Impfstoff bereits durch die Europäische Arzneimittel-Agentur zugelassen und es war klar, dass die Impfungen in Deutschland am 27. Dezember beginnen sollen. 

Rückblick


Daten als Kompass in der Pandemie: Wie Corona 2020 zum Jahr der Zahlen machte

Nato verstärkt infolge von Corona-Pandemie die Biowaffenabwehr

Angesichts der Corona-Pandemie verstärkt die Nato ihre Anstrengungen im Bereich der Biowaffenabwehr. Das Coronavirus sei kein im Labor erschaffenes Virus, es zeige aber die Gefahren, die es im Zusammenhang mit dem Einsatz biologischer Kampfstoffe gebe, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg der Deutschen Presse-Agentur. Das Verteidigungsbündnis müsse deswegen die Gefahrenabwehr stärken. Die Nato sei beispielsweise schon dabei, den Austausch von Geheimdiensterkenntnissen zu verbessern, um mögliche Angriffe mit Biowaffen zu verhindern.

Stoltenberg schloss zudem nicht aus, dass ein breit angelegter Biowaffen-Angriff mit Hunderttausenden Toten auch einen Vergeltungsschlag mit konventionellen oder nuklearen Waffen zur Folge haben könnte. Falls nach einem Biowaffen-Angriff Artikel 5 zur kollektiven Verteidigung ausgelöst werden sollte, könnte die Nato all diese Fähigkeiten nutzen.

12.892 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 12.800 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut am Morgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden weitere 12.892 Ansteckungsfälle erfasst. Die bisherigen täglichen Höchstwerte lagen bei mehr als 30.000 Fällen. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg auf 1.664.726.    

Nach Angaben des Instituts wurden ferner 852 Todesopfer der Pandemie innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten in Deutschland seit Beginn der Pandemie wuchs damit auf 30.978. Ein Höchststand von 962 Todesfällen war am 23. Dezember registriert worden. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das RKI mit rund 1.277.900. Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz betrug am Dienstag 149,2. Am Vortag hatte sie noch bei 157,8 gelegen. 

Die Corona-News von Montag, 28.12.2020

Spanien plant Register mit Impf-Verweigerern

Spanische Behörden planen ein Register mit den Namen von Menschen, die das Angebot einer Impfung gegen das neuartige Coronavirus abgelehnt haben. Das Register sei nicht-öffentlich zugänglich, aber werde an andere europäische Länder weitergegeben, sagte der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa am Montag in einem Interview mit dem Fernsehsender La Sexta. 

Die Behörden würden "mit dem allergrößten Respekt für den Datenschutz" vorgehen, versicherte Illa. Er betonte erneut, dass keine Impfpflicht in dem südeuropäischen Land eingeführt werde. 

Fehler bei der Aufbereitung: Pflegeheim-Mitarbeiter bekommen fünffache Impfdosis 

Wegen individueller Fehler bei der Aufbereitung des Impfstoffes ist acht Mitarbeitern eines Pflegeheims in Stralsund die fünffache Dosis des Corona-Impfstoffes verabreicht worden. Nach dem Vorfall am Sonntag seien die sieben Frauen und ein Mann nach Hause geschickt worden. Wie der Landrat des Kreises Vorpommern-Rügen, Stefan Kerth (SPD), am Montag sagte, haben sich zwischenzeitlich vier der acht Betroffenen zur Beobachtung vorsorglich stationär in einem Krankenhaus aufnehmen lassen. Sie zeigten grippeähnliche Symptome. 

Der Landkreis berichtete in seiner Mitteilung, dass nach Informationen des Herstellers Biontech größere Dosen des Impfstoffes in der Phase-1-Studie bereits an Probanden ohne schwerwiegende Folgen getestet worden seien. Es seien keine bleibenden, unerwünschten Ereignisse gemeldet worden. Lokale Reaktionen an der Injektionsstelle und grippeähnliche Symptome träten dosisabhängig auf und seien im Allgemeinen leicht bis mittelmäßig und vorübergehend.

Eine Sprecherin von Biontech bestätigte diese Informationen. In den Versuchen seien Mengen bis zu 100 Mikrogramm ohne schwerwiegende Folgen verabreicht worden. Die übliche Impfdosis liege bei 30 Mikrogramm. Sie verwies auf die ausführliche Produktinformation ihres Unternehmens. Der erste Satz laute: "Dies ist eine Mehrdosendurchstechflasche, deren Inhalt vor der Verwendung verdünnt werden muss."

Ministerium appelliert nach Andrang im Schwarzwald an Ausflügler

Angesichts teils chaotischer Zustände durch zahlreiche Tagesausflügler rund um Weihnachten vor allem im Schwarzwald hat das Landesgesundheitsministerium zum anstehenden langen Wochenende zu Zurückhaltung aufgerufen. "Wir appellieren an die Menschen, auf Tagesausflüge zu verzichten und die bestehenden Regeln nicht auszureizen", sagte ein Sprecher des baden-württembergischen Ministeriums am Montag. Er wies darauf hin, dass die Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen für private Treffen lediglich über die Weihnachtsfeiertage galten. Auch an Silvester, Neujahr sowie dem Wochenende sind damit tagsüber Sport und Bewegung an der frischen Luft nur alleine, mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit einer weiteren, nicht im selben Haushalt lebenden Person erlaubt. 

Eine Verschärfung der Corona-Regeln sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt speziell für das anstehende lange (Feiertags)wochenende nicht geplant, sagte der Sprecher.

Österreichs Skigebiete schärfen nach Andrang Sicherheitskonzept nach

Einige Skigebiete in Österreich schärfen nach dem teils starken Andrang vom Wochenende ihr Sicherheitskonzept nach. Dazu gehörten eine weitere Begrenzung der Parkplätze, mehr Platz zum Anstellen und mehr Ordner, teilte das Bundesland Oberösterreich mit. In den dortigen Skigebieten Hinterstoder, Wurzeralm und Kasberg herrschte am Sonntag bei schönem Wetter großer Andrang.

Hohe Corona-Zahlen: Krankenhäuser in Südengland unter Druck

Wegen stark gestiegener Zahlen von Corona-Neuinfektionen wird der Platz in britischen Krankenhäusern knapp. Die Kliniken seien "von Wand zu Wand" mit Covid-19-Patienten gefüllt, sagte die Chefin der Notärztevereinigung RCEM, Katherine Henderson, der BBC. Es gebe Patienten mit Corona-Symptomen und Patienten mit anderen Krankheiten, die dann auch positiv auf Corona getestet würden, sagte sie. Nach jüngsten Zahlen der Regierung werden mehr als 22.000 Corona-Patienten in Krankenhäusern behandelt.

Über 19 Millionen Corona-Infektionen in den USA

In den USA haben sich seit Beginn der Pandemie über 19 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Sonntag wurden binnen eines Tages 150.094 Neuinfektionen und 1209 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion erfasst, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Montag hervorging. Die deutlich niedrigeren Werte sind wahrscheinlich auf reduzierte Testkapazitäten über die Weihnachtsfeiertage zurückzuführen.

RKI meldet 10.976 Corona-Neuinfektionen, Zahl der Toten übersteigt 30.000

Die Zahl der mit oder an dem Coronavirus gestorbenen Menschen hat in Deutschland die Grenze von 30.000 überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden 348 weitere Todesfälle – damit stieg die Zahl auf 30.126, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen bekannt gab. Darüber hinaus wurden 10.976 Corona-Neuinfektionen gemeldet. 

Die Zahl der Neuinfizierten und der Opfer sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI während der Feiertage und zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Vor genau einer Woche waren 16.643 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet worden. Bei den Todesfällen war der Höchststand von 952 am 16. Dezember registriert worden. 

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Montagmorgen bei 157,8. Ihr bisheriger Höchststand war am vergangenen Dienstag mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Montag Sachsen mit 371,3 und Thüringen mit 288,2, den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 77,0. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.651.834 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 28.12., 00.00 Uhr). Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.255.700 an. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Sonntag bei 0,83 (Samstag: 0,89). Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken.

Spahn gegen Sonderrechte für Geimpfte 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich gegen Sonderrechte für Geimpfte ausgesprochen. "Viele warten solidarisch, damit einige als Erste geimpft werden können. Und die Noch-Nicht-Geimpften erwarten umgekehrt, dass sich die Geimpften solidarisch gedulden", sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag).

Infizierte in China


Beide arbeiteten in Krankenhäusern in Wuhan. Beide wurden krank. Nur eine überlebte

"Keiner sollte Sonderrechte einfordern, bis alle die Chance zur Impfung hatten." Diese gegenseitige Rücksicht halte die Nation zusammen. "Gegen die Pandemie kämpfen wir gemeinsam – und wir werden sie nur gemeinsam überwinden." Am Wochenende hatten die Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland begonnen. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte sich gegen Sonderrechte ausgesprochen.

Südafrika überschreitet Millionen-Marke bei Corona-Fällen 

Als erstes Land des Kontinents hat Südafrika die Marke von einer Million nachgewiesener Corona-Fälle überschritten. Das zahlenmäßig am schwersten betroffene Land Afrikas hat inmitten einer zweiten Infektionswelle 1.004.413 Fälle seit März dokumentiert, wie das Gesundheitsministerium am späten Sonntagabend mitteilte. In Südafrika kursiert eine neue Variante des Sars-CoV-2-Virus, die als Treiber für die neue Infektionswelle gilt. Das Tempo der Ausbreitung hat dadurch zugelegt. Seit Bekanntgabe des mutierten Virus haben viele Länder daher Restriktionen für Reisende aus Südafrika verhängt.

Kultusminister wollen in nächsten Tagen zu Schulunterricht tagen

Die Kultusminister der Bundesländer wollen bereits in den nächsten Tagen darüber beraten, wie es mit dem Schulunterricht weitergehen soll. Noch vor der für den 5. Januar anvisierten Runde der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werde die Kultusministerkonferenz (KMK) zur Lage der Schulen tagen, kündigte KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD) in der Nacht zum Montag in einem Podcast des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) an. Bei der Entscheidung über den Schulunterricht müsse in den Blick genommen werden, wie sich die Corona-Infektionszahlen bis dahin entwickelt hätten, sagte Hubig, die Bildungsministerin in Rheinland-Pfalz ist. 

Lindner fordert „Krisenproduktion“ von Corona-Impfstoff

Nach dem Start der Corona-Impfungen in Deutschland mehren sich die Forderungen nach einer deutlichen Beschleunigung der Vakzin-Produktion. FDP-Chef Christian Lindner sagte am Sonntagabend im Internetprogramm der "Bild"-Zeitung, in der derzeitigen krisenhaften Lage werde auch eine "Krisenproduktion" des Impfstoffs gebraucht. Es müssten alle rechtlichen, wirtschaftlichen, politischen und technologischen Voraussetzungen geschaffen werden, damit schneller geimpft werden könne. 

"Das ist eine Frage von Leben und Tod, eine Frage unserer Freiheit, und es ist eine Überlebensfrage auch für unsere Wirtschaft. Denn die ist schon auf der Intensivstation", sagte Lindner. Konkret regte der FDP-Vorsitzende an, den Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer eventuell von anderen Herstellern in Lizenz produzieren zu lassen. 

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